Telefonbetrüger rufen erneut im Kreis Heinsberg an

Falsche Polizisten : Telefonbetrüger rufen erneut im Kreis Heinsberg an

Die Fälle von Trickbetrügern, die ihre Opfer über das Telefon kontaktieren, wachsen weiter im Kreis Heinsberg. Am Dienstag wurde ein 84-jähriger Rentner aus Erkelenz Opfer eines solchen Betrugs.

Laut Polizeibericht hab er dem Erkelenzer gegenüber an, Oberstaatsanwalt zu sein. Er sagte, dass es in seiner Nachbarschaft zu mehreren Festnahmen gekommen und eine Person noch auf der Flucht sei. Der Mann solle sich aber nicht sorgen, da er unter Polizeischutz gestellt werde.

Anschließend übergab der Unbekannte den Telefonhörer an einen angeblichen Polizeibeamten. Dieser telefonierte insgesamt drei Stunden lang mit dem Rentner, um ihn zu überreden, das Bargeld im Haus an die „Polizei“ zu übergeben.

Noch während des Telefonats klingelte ein falscher Polizist an der Wohnungstür des Seniors. Der Mann übergab ihm einen größeren Geldbetrag, woraufhin er sofort die Wohnung verließ. Er gab an, die Scheine fotografieren zu wollen, anschließend sollte der Ekelenzer diese zurückbekommen. Der 84-Jährige wurde anschließend noch einige Zeit am Telefon beschäftigt. Als ihm dies seltsam erschien, beendete er das Gespräch und verständigte die Polizei über den Vorfall.

Der Mann, der das Geld abholte, war etwa 30 bis 40 Jahre alt, 1,65 bis 1,70 Meter groß und schlank. Er hatte dunkles Haar mit auffälligen Geheimratsecken und trug vermutlich einen Schnurrbart. Bekleidet war er unter anderem mit einer schwarzen Lederweste. Er sprach akzentfrei Deutsch. Beide Anrufer hatten Deutsch mit osteuropäischem Akzent gesprochen.

In Wegberg erhielt eine 68-jährige Frau am Dienstag gegen 19 Uhr einen ähnlichen Anruf. Auch sie telefonierte mehrere Stunden lang mit den angeblichen Polizisten aus Heinsberg. Diese forderten sie auf, ihr Geld am Kreisverkehr des Friedhofs in Wegberg-Beeck an einen Polizeibeamten zu übergeben. Als sie sich am Übergabeort aufhielt, wurde ihr die Absurdität der Situation bewusst und sie klingelte am nächstgelegenen Haus, um von dort aus die Polizei zu informieren.

Die Beamten konnten die Täter vor Ort nicht antreffen, nahmen aber eine Anzeige auf. Zur Übergabe des Geldes kam es in diesem Fall glücklicherweise nicht.

Kreisweit sind von Dienstag bis Mittwoch insgesamt 22 Fälle angezeigt worden, in denen ältere Menschen von Telefonbetrügern Anrufe erhielten, die sich als Polizeibeamte ausgaben. Wer einen solchen Anruf bekam, sich aber bislang nicht bei der Polizei gemeldet hat, wird gebeten, dies noch zu tun. Zuständig ist das Kriminalkommissariat der Polizei in Hückelhoven unter Telefon 02452/9200.

(red/pol)
Mehr von Aachener Nachrichten