Telefon Reanimation verbessert Überlebenschance

Überlebenschance verbessern : Wiederbelebung direkt am Notruf-Telefon

Rettungs-Leitstelle unterstützt bei Notrufen immer häufiger anhand der leitstellengeführten Reanimation. Die Telefonreanimation führt zu einer großen Verbesserung der Überlebenschancen.

Die üblichen Handgriffe der Reanimation mit Beatmung und Herzdruckmassage kennen wohl die wenigsten Menschen im Schlaf. Bei vielen liegt der letzte Erste Hilfe Kurs bereits etliche Jahre zurück. Diese Erfahrung hat auch Leitstellendisponent Sebastian Hönigs vom Feuerschutzzentrum in Erkelenz gemacht.

Daher unterstützt die Leitstelle bei Notrufen immer häufiger anhand der leitstellengeführten Reanimation.

Zuletzt konnte Sebastian Hönigs, der 15 Jahre als Rettungsassistent tätig war und seit vier Jahren als Leitstellendisponent Notrufe entgegennimmt, einem Mann so das Leben retten. Der 58-jährige Patient war beim Tischtennis-Spiel in der Halle umgefallen. Er erlitt einen Herzinfarkt und lief blau an. Über das Telefon leitete der 38-Jährige den Anrufer zur Kompression an. Aufgrund der schnellen Hilfe brauchte der Patient schon am gleichen Abend nicht mehr künstlich beatmet zu werden.

„Bei einem Kreislaufstillstand sind die ersten Minuten entscheidend“, sagt Hönigs und erklärt: „Eine frühzeitige Reanimation verdoppelt bis verdreifacht die Überlebenschance. Daher ist es nur folgerichtig, die ersten Maßnahmen sofort einzuleiten, statt bis zu zehn Minuten zu warten, bis der Rettungswagen vor Ort ist.“ Neben der fachlichen Anleitung hilft dem Anrufer außerdem ein Signalton beim erforderlichen Rhythmus der Herzdruckmassage.

Da alle Leitstellendisponenten über die Kenntnisse eines Rettungsassistenten verfügen, können sie als Experten in sämtlichen medizinischen Notfällen zur Hilfestellung anleiten. Diese Unterstützung leisten die Disponenten nicht nur bei Reanimationen. „Das kann auch das Stillen einer Blutung sein oder Hilfe bei einer anstehenden Geburt“, sagt Hönigs. Neben der fachlichen Anleitung im jeweiligen Notfall sei bei dem Anrufer außerdem der psychologische Effekt der Unterstützung am Telefon positiv zu bewerten. Er fühle sich durch den Beistand nicht allein gelassen, habe weniger Angst etwas falsch zu machen und sei entschiedener, erste Maßnahmen einzuleiten.

Im Durchschnitt zählt die Leitstelle rund eine geführte Reanimation in der Woche. Um die entsprechenden Anleitungen noch effektiver zu machen, arbeitet man derzeit an der Entwicklung eines Systems, das es der Leitstelle ermöglicht, nach Zustimmung des Patienten auf dessen Handy zuzugreifen und die Kamera zur Kommunikation zu nutzen. So können sich die Disponenten in Zukunft ein noch besseres Bild von der Lage machen.

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