Heinsberg: Tahnee Schaffarczyk steht bei RTL im Grand-Prix-Finale

Heinsberg: Tahnee Schaffarczyk steht bei RTL im Grand-Prix-Finale

Kaum zu glauben - als Tahnee Schaffarczyk den Raum betritt, will einem nur schwer in den Kopf, dass dieses bildhübsche, zierliche Geschöpf eine böse Eiskönigin sein könnte.

Mit ihrem langen, braungewellten Haar und ihren strahlenden Augen würde man sie spontan in der romantischen Prinzessinnenecke besetzen. In Wirklichkeit lässt sich das quirlige Multitalent aber in gar keine Schublade stecken.

Von der Eiskönigin zur Quoten-Queen

Gab die Abiturientin aus Kirchhoven im letzten Jahr in der Tat noch die Eiskönigin im Jungen Musical Theater Heinsberg, so schickt sie sich in diesem Jahr an, die Comedy-Bühne bei RTL zu stürmen. Und die ganze Fernsehnation kann am nächsten Freitag dabei sein, wenn die 19-Jährige beim Finale des Comedy Grand Prix um den Sieg blödelt.

„Ich war in unserer Familie schon immer der Spaßvogel”, lacht Tahnee. Und ums gleich zu unterstreichen, wechselt sie mal eben flugs in den Dialekt. Egal ob wienerisch, sächsisch oder einfach nur prollig - das kleine Temperamentsbündel hats drauf. Genau das schoss wohl auch Mutter Ruth durch den Kopf, die per Zufall im September auf einer Teletextseite die Info fand, dass RTL Deutschlands Comedy-Newcomer 2011 sucht und meinte, ihr Töchterchen solle sich da doch einfach mal bewerben.

„Ich hab direkt gedacht, na klar, warum nicht?!”, sagt Tahnee selbstbewusst. Die Aufgabenstellung sei im Grunde auf den Punkt zu reduzieren gewesen: „Bist du lustisch, dann zeig, was du kannst und halts auf Video fest”, lacht die junge Heinsbergerin, die mit ihren Eltern und ihrem 14 Jahre alten Bruder in Kirchhoven lebt. Ihre Stärke sei die Parodie unterschiedlicher Charaktere und skurriler Typen, meint sie. 14 Jahre lang durchlief sie eine Ballett-Ausbildung und war in manche Rolle beim Jungen Musical Theater geschlüpft, aber jetzt war „Tahnee pur” gefragt. Ihr komisches Talent, so wie es bislang nur Familie und Freunde kannten.

„Ich bin in mein Zimmer gerannt und hab alles zusammengesucht, was ich zum Verkleiden brauchen konnte.” Schließlich war der Plan, eine niederländische Paartherapeutin, zwei asozial pöbelnde Jugendliche beiderlei Geschlechts und eine Russin auf Partnersuche in Szene zu setzen. In nur einem Tag war das Bewerbungsvideo im Kasten. Und das mit durchschlagendem Erfolg. „Ich habe nie damit gerechnet, dass da was zurückkommt”, kann die sympathische 19-Jährige selbst jetzt noch nicht so recht fassen, was in der Zwischenzeit alles geschehen ist.

Anfang Oktober wurde sie zu einem Casting ins Bremer KULT-Theater eingeladen. Rund 50 Talente stellten sich der Jury mit Cindy aus Marzahn sowie Kaya Yanar in einem jeweils fünfminütigen Programm vor. Was Tahnee zunächst noch nicht wusste: Neben ihr gab es nur noch ein absolutes Greenhorn, alle anderen Teilnehmer waren längst auf unterschiedlichsten Kleinkunstbühnen etabliert. Konnten die Profis auf bestehende Bühnenprogramme aus ihrem Fundus zurückgreifen, so stand die Heinsbergerin vor der Aufgabe, in nur einer Woche ihre allererste kleine Bühnenshow stemmen zu müssen.

Geschadet hat der Zeitdruck offenbar nicht, denn Jury und rund 300 Zuschauer waren hellauf begeistert von der mit Abstand jüngsten Teilnehmerin im Feld der erfahrenen Spaßmacher. Jetzt steht Tahnee mit sieben Kontrahenten im Finale der Show, die am Freitag, 21.15 Uhr, live aus den MMC Studios in Köln über RTL ausgestrahlt wird.

Eine kleine Homestory wurde mittlerweile auch schon über die 19-Jährige gedreht, die nun natürlich auf die Unterstützung der Fernsehzuschauer hofft, die am Ende über den Gewinner entscheiden werden. „Neben der kompletten Familie sind auch 30 oder 40 Freunde am Freitag mit im Saal des Coloneums”, freut sich Tahnee. „Viele haben immer schon gesagt, du musst irgendsowas machen. Einige reisen sogar aus Berlin und Holland an, weil sie da studieren.”

Dem Gewinner des RTL Comedy Grand Prix winken ein Engagement zur Tourneebegleitung eines bekannten Comedian und ein Überraschungspreis. Sollte es am Ende doch nicht ganz bis aufs Spitzentreppchen langen, ist das für die begabte Heinsbergerin dennoch kein Beinbruch. Eigentlich hatte sie ja vor, Schauspiel zu studieren. Doch aus der Aufnahmeprüfung am Freitag an der Ernst-Busch-Schule in Berlin wird erst einmal nichts, denn dann steht die 19-Jährige vor den prüfenden Augen eines Millionen-Publikums in Köln auf der Bühne.