Wassenberg: „Stimmen der Stille“: Konzert in Mönchskutten

Wassenberg: „Stimmen der Stille“: Konzert in Mönchskutten

Es war eine fast mystische Stimmung: die Wassenberger Propsteikirche St. Georg in völliger Dunkelheit, und doch weit über die Kirchenbänke hinaus auf zahlreichen Stühlen besetzt mit insgesamt 430 Menschen. Dazu sieben Männer in hellen Mönchskutten, die Gesichter unter Kapuzen verborgen, die jeder mit einer großen Kerze in der Hand gen Altar zogen, der in die Verbindung eines roten und weißen Lichtkegels getaucht war.

Das Ambiente war perfekt für das Konzert des „Ensemble Gregorianika“ aus der Ukraine unter dem Motto „Stimmen der Stille“, zu dem die Volkshochschule, die Stadt Wassenberg und der Wassenberger Kultur-Förderverein eingeladen und zu dem VHS-Fachbereichsleiter Ingo Rümke die Gäste vorab begrüßt hatte.

Mit dem Stück „Ameno“ von Era, das Ende der 1990er Jahre die Hitlisten anführte, zeigten die Sänger gleich zu Beginn ihres eineinhalbstündigen Konzerts, dass sie mit ihrer Gregorianik nicht im Mittelalter verhaftet geblieben sind, wenn sie mit dem „Mönchsgebet“ à capella auch gleich ein ganz klassisches Stück anschlossen. Weitere folgten im zweiten Konzertteil, der sich ohne Pause anfügte, mit einem Gloria und dem „Dies sanctifactus“. Vor allem in den Passagen ohne musikalische Begleitung von CD zeigte sich die Stimmgewalt der sieben Ensemble-Mitglieder, die allesamt eine klassische Gesangsausbildung haben. Die gute Akustik der Propsteikirche tat das ihrige dazu.

Alle Sänger der Gruppe, die von Oleksiy Semenchuk (Bass) dirigiert wird, haben sich 2002 am Gesangskonservatorium in Lwiv in der Ukraine kennengelernt und dabei ihre gemeinsame Leidenschaft für den gregorianischen Gesang entdeckt. Dieser stellt in seinem Ursprung das gesungene Wort Gottes als einstimmigen liturgischen Gesang der römisch-katholischen Kirche in lateinischer Sprache dar.

Im Programm des Wassenberger Konzertes sprangen die Sänger zwischen den Jahrhunderten hin und her und spannten einen Bogen von den Ursprüngen des gregorianischen Gesangs, der bis ins vierte Jahrhundert zurück reicht, bis in die Neuzeit mit eigenen Kompositionen wie zum Beispiel „Larima“, „In Meditation“ oder „Ora et labora“. Und dazwischen dann auch klassische Stücke wie ein „Ave Maria“ aus dem 15. Jahrhundert, das „Ave verum“ von Mozart, im Wechsel mit Pop auf gregorianische Art, zum Beispiel mit Celine Dions „My heart will go on“, mit dem die Sänger ebenfalls begeistern konnten.