Staupe im Kreis Heinsberg: Tödliche Seuche für ungeimpfte Hunde

Staupe-Fall in Effeld: Tödliche Seuche für Füchse und ungeimpfte Hunde

Nach dem Staupe-Fall in Effeld spricht Dr. Heiner Breickmann, Tierarzt und Vorsitzender der Kreisjägerschaft, von einem neuen Stamm des Staupe-Virus, das mit Straßenhunden aus Osteuropa gekommen ist. Hunde kann man gegen das Virus impfen. Wildtiere sind aber nicht zu schützen.

Dass im Kreis Heinsberg ein Staupe-Fall aktenkundig wird, sei äußerst selten. Das Virus trete eher punktuell auf. Ansteckend und für nicht geimpfte Hunde sowie Wildtiere gefährlich sei es aber dennoch. Das sagt Ulrich Hollwitz, Pressesprecher des Kreises Heinsberg, am Donnerstag auf Nachfrage unserer Zeitung. Hundehalter, deren Tiere geimpft sind, müssten sich keine Sorgen machen. Der oft beim Tierarzt verabreichte Kombi-Impfstoff wirke meist auch gegen die Staupe. „Wenn 100 Prozent der Hunde geimpft wären, dann wäre im Haustierbereich schon mal alles in Ordnung“, sagt Hollwitz. Nicht geimpft seien häufig Straßenhunde aus Süd- und Osteuropa, preisgünstige Rassewelpen aus Russland, Weißrussland oder dem Baltikum sowie Tiere vom Schwarzmarkt, sagt Hollwitz.

Solche Tiere seien es, die die in Deutschland eigentlich ausgerottete Staupe wieder zu uns gebracht hätten, sagt Dr. Heiner Breickmann, Tierarzt und Vorsitzender der Kreisjägerschaft. Möglicherweise ist so auch der Fuchs mit dem Staupe-Virus infiziert worden, der am 20. Februar in einem Effelder Vorgarten gefunden wurde. Seit einigen Jahren sei der neue osteuropäische Staupe-Stamm in Norddeutschland zu finden und seit zwei bis drei Jahren auch in NRW, sagt Breickmann.

Breickmann warnt, wie auch der Kreis Heinsberg, vor der Gefahr, die von der ansteckenden Staupe ausgeht: „Das ist eine ansteckende Krankheit, eine Seuche“, sagt Breickmann. Neben Füchsen, Dachsen und Waschbären könnten sich auch Hunde anstecken. Katzen seien nicht gefährdet. Während der Kreis Heinsberg mitteilte, dass die Staupe auch über Laub oder Gras übertragen werden kann, relativiert Breickmann, dass sich Hunde nicht unmittelbar anstecken, nur weil sie mal den gleichen Weg laufen wie ein von Staupe befallender Fuchs. In Gefahr seien eher Jagdhunde, die sich „den Fuchs zur Brust nehmen“, wie Breickmann sagt.

Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte den Impfschutz seines Hundes kontrollieren und im Zweifel bei seinem Tierarzt nachfragen.

Die Staupe ist auch für Hunde lebensgefährlich: Gegen das Virus hilft nur eine Impfung. Foto: dpa/Marcel Kusch

Wenn ein ungeimpfter Hund mit dem Staupe-Virus in Kontakt kommt, kann das Tier daran sterben. Wobei dem ein längerer Leidensprozess vorausgeht, der mit relativ leichten Symptomen beginnt und sich immer weiter steigert. Hätten die Hunde Symptome wie zum Beispiel hohes Fieber und Bindehautentzündung, sei der Tierarzt gefragt, auf Staupe zu testen. Behandelbar seien aber nur die Symptome, gegen den Virus helfe einzig der Impfstoff.

Bei Wildtieren sei die Gefahr der Ausbreitung sehr hoch. Höhlen würden etwa immer wieder von wechselnden Füchsen genutzt, und die Viren hielten sich dort über viele Jahre, so dass sich immer neue Tiere anstecken könnten, sagt Breickmann.

Die Tollwut ist bei Füchsen dank eines in Ködern versteckten Impfstoffes weitgehend getilgt worden. Das sei mangels eines für Füchse geeigneten Impfstoffes, der über den Mund aufgenommen werden kann, bei der Staupe aber nicht möglich, sagt Breickmann.

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