Erkelenz: Städtische Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaft feiert Jubiläum

Erkelenz : Städtische Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaft feiert Jubiläum

Ihr 20-jähriges Bestehen feiert die städtische Grundstücks- und Entwicklungsgesellschaft (GEE). Zeit für einen Moment der Rückschau: 30 Wohngebiete wurden bisher entwickelt oder erweitert, weitere sind in der Pipeline.

„Das sind rund tausend Baugrundstücke“, so Ansgar Lurweg. Der Technische Beigeordnete der Stadt Erkelenz ist einer der drei Geschäftsführer der GEE. Die Einnahmen aus der Arbeit der GEE hätten auch zur Konsolidierung des städtischen Haushalts beigetragen, sagt sein Kollege Norbert Schmitz, der es als Kämmerer der Stadt wissen muss. Andererseits werde der Haushalt durch die Entwicklung von Wohngebieten nicht zusätzlich belastet. Ein Modell, mit dem Erkelenz als eine der ersten Kommunen in NRW am Start war und das als Vorbild für andere Kommunen gilt.

In Erkelenz kam man angesichts der Problematik steigender Grundstückspreise darauf, eine städtische Entwicklungsgesellschaft zu gründen und so dazu beizutragen, die Quadratmeterpreise auf einem für junge Familien erschwinglichen Niveau zu halten. „Der städtische Haushalt hätte zu dieser Zeit keine solche Baulandentwicklung zugelassen, wie sie über die GEE möglich war“, betont Schmitz und verweist auch auf die ab 2019 geplante Erweiterung des Oerather Mühlenfeldes.

Im Rat gab es damals „ordentlich Gegenwind“, wie Bürgermeister Peter Jansen betont. „Der Beschluss war höchst umstritten“, sagt er. Trotzdem musste ein System geschaffen werden, mit dem auf ausgewiesenem Bauland auch tatsächlich gebaut wurde. Vor der GEE-Gründung kauften Bauträger das Bauland „im Block“ und gaben es dann an die Bauherren weiter. Die GEE verkauft über 80 Prozent des entwickelten Baulandes an private Kunden. „Wir treiben die Preise nicht hoch“, betont Lurweg.

Der Preis ist ausschlaggebend

Ausschlaggebend für Menschen, die bauen wollen, ist der Preis. Dessen Steigerung konnte die GEE bremsen, was sich vorteilhaft für die Bauinteressenten auswirkt. „Ohne die GEE läge der Quadratmeterpreis beim Bauland in Erkelenz bei rund 200 Euro“, rechnet Geschäftsführer Gottfried Schnitzler vor. „Die letzten Grundstücke konnten jedoch für nur 150 Euro pro Quadratmeter verkauft werden.“ Bei einem Grundstück von 500 Quadratmetern ergibt dies eine Ersparnis von 35.000 Euro. Ein guter Grund, um in Erkelenz zu bauen. Ob der Quadratmeterpreis auf diesem Niveau gehalten werden kann, sei jedoch unsicher, erklärte Lurweg.

Trotzdem lockt die GEE weiter mit attraktiven Preisnachlässen, wie im Katzemer Baugebiet. Dort kann man einen Preisnachlass von fünf Euro pro Quadratmeter sichern, wenn man ein Passivhaus baut und so zur positiven Klimabilanz der Stadt beiträgt. Das Pilotprojekt ist aus dem Klimaschutzkonzept der Stadt hervorgegangen und kann auch in anderen Baugebieten seine Fortsetzung finden, wenn es auf Interesse stößt.

Derzeit werden sieben Baugebiete entwickelt oder wie im Fall des Oerather Mühlenfeldes vorbereitet. Das zweitgrößte Baugebiet in Erkelenz ist derzeit „Hinter Klüschgarten“ in Kückhoven. Andere Orte werden noch folgen, wie die Ortschaften Kaulhausen und Venrath, aus deren Mitte heraus im Rahmen des Dorfentwicklungskonzepts der Bedarf nach Bauland artikuliert wurde.

Auch Holzweiler ist nach der geänderten Ausgangslage durch die Leitentscheidung ein heißer Kandidat. Dort gilt ein Bebauungsplan, der bislang noch nicht umgesetzt wurde. Die Nachfrage nach Bauland ist in der derzeitigen und anhaltenden Niedrigzinsphase sehr hoch.

(hewi)
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