Stadt Hückelhoven übernimmt komplett Personalkosten der Jugendarbeit

Neuer Vertrag : Fundament der Jugendarbeit weiter stärken

Die Freien Träger der Offenen Kinder- und Jugendarbeit im Stadtgebiet Hückelhoven können aufatmen: Der am Montag im Rathaus unterzeichnete Vertrag mit der Stadt sichert ihnen die volle Übernahme der Personalkosten ihrer Einrichtungen und darüber hinaus einen jährlichen Pauschalzuschuss von 5000 Euro je Vollzeitstelle und Einrichtung zu.

„Die Offene Kinder- und Jugendarbeit hat in Hückelhoven“, das betonte Jugendamtsleiter Ralf Schwarzenberg bei der Vertragsunterzeichnung, „einen hohen Stellenwert und ist im Handlungsfeld der Jugendhilfe ein wichtiger Baustein.“

Traditionell wird dieses Arbeitsfeld in Hückelhoven stark durch die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden geprägt. Zur Sicherung dieser Aufgabe wurden 2005 erste Verträge geschlossen, um den Trägern eine Finanzierungssicherheit zu geben. „Wir waren damals Vorreiter mit diesem Finanzierungsmodell“, sagte Bürgermeister Bernd Jansen. Gleichzeitig aber betonte er, dass „die Herausforderungen riesig sind und die Aufgaben nicht leichter geworden sind“. Da die Stadt im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit weiter „Schulter an Schulter mit den Kirchen“ gehen wolle, habe der Rat der Stadt beschlossen, künftig vollständig für die Personalkosten in den kirchlichen Einrichtungen aufzukommen. „Das wird nicht alles vom Land refinanziert“, betonte Kämmerer Helmut Holländer. Für den städtischen Haushalt des laufenden Jahres stellt der Vertragsabschluss eine Mehrbelastung von 42.000 Euro dar.

Die kontinuierlich wachsenden Finanzierungsdefizite hatten in der Vergangenheit zu erheblichen Problemen in den verschiedenen Einrichtungen geführt. So wurde im Jahr 2012 der Kinder- und Jugendtreff „Refugio“ in Schaufenberg geschlossen und drei Jahre später auch der Jugendtreff „Chillhouse“, wenn auch aus anderen Gründen. Das Personal wurde an anderen Orten eingesetzt. Mittlerweile findet die Kinder- und Jugendarbeit zum Teil in Millich am Spielplatz Taubenweg im Bauwagen „Anhänger“ statt und wird auch mobil im „Abdüser“ von Honorarkräften durchgeführt.

Aktuell trägt die Stadt 95 Prozent der Personalkosten der hauptamtlichen Fachkräfte der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Die veränderten Rahmenbedingungen haben inzwischen aber dazu geführt, dass alle anderen öffentlichen Jugendhilfeträger, also die Jugendämter, im Kreisgebiet hundert Prozent der entstehenden Personalkosten der hauptamtlichen Fachkräfte tragen und zusätzlich eine Sachkostenpauschale von 5000 Euro bereitstellen. Dem schließt sich mit der Unterzeichnung des neuen Vertrages die Stadt Hückelhoven jetzt an. Einige Jugendämter im Kreis finanzieren darüber hinaus auch pädagogische Sachkostenpauschalen oder fördern die mobile Jugendarbeit separat.

Susanne Bronner, Pfarrerin der evangelischen Kirchengemeinde Ratheim, hob bei der Vertragsunterzeichnung die „hervorragende Zusammenarbeit mit der Stadt“ hervor: Man begegne sich „immer auf Augenhöhe“. Alle im Stadtgebiet in den verschiedenen Einrichtungen tätigen Jugendarbeiter seien „hochmotiviert“. Da konnte ihr Jugendamtsleiter Ralf Schwarzenberg nur beipflichten: „Die können nicht loslassen.“

Mehr von Aachener Nachrichten