Stadt Hückelhoven: Neuer Beigeordneter Thorsten de Haas gewählt

Neuer Beigeordneter de Haas gewählt : „Hückelhoven für alle noch lebenswerter machen“

Der Hückelhovener Stadtrat hat einen neuen Beigeordneten gewählt: Thorsten de Haas.

Nachdem sich der Kandidat persönlich noch einmal vorgestellt hatte und anschließend von allen Mitgliedern des Rates zum neuen zweiten Beigeordneten und damit zum Nachfolger von Helmut Holländer, der am 31. Mai in den Ruhestand geht, für die Amtszeit von acht Jahren als Sozialdezernent gewählt worden war, sah sich Jörg Leseberg als Vorsitzender der oppositionellen SPD genötigt, eine Erklärung abzugeben.

Leseberg wollte klarstellen, warum man die vier anderen Mitbewerber, die sich wie Thorsten de Haas auf die Stelle beworben hatten, gar nicht erst zu einer persönlichen Vorstellung in den Rat eingeladen hatte: „Thorsten de Haas war der mit Abstand beste, der allerbeste der Bewerber. Die anderen hatten keine Chance gegen ihn.“

Thorsten de Haas ist den Stadtverordneten spätestens seit 2009 kein Unbekannter: Vor zehn Jahren wurde der heute 39-jährige Jurist Leiter des Rechtsamtes der Stadt. Vor vier Jahren dann übernahm Thorsten de Haas das Sozialamt – zu einer Zeit, als die Flüchtlingswelle auf dem Höhepunkt war und Hückelhoven wie viele andere Städte auch an die Grenzen der Belastbarkeit gedrängt wurde.

„Durch die gute Zusammenarbeit im Amt und mit allen Ämtern der Stadtverwaltung, mit der Politik, den freiwilligen Helfern und auch mit der Bevölkerung haben wir diese Belastungsprobe bis heute gut gemeistert“, sagte de Haas bei seiner Vorstellung vor den Stadtverordneten. Die Flüchtlingszahlen haben sich seit einigen Monaten „auf einem sehr hohen Niveau“, wie de Haas sich ausdrückte, eingependelt.

„Wir müssen Visionen für die Zukunft der Stadt entwickeln. Die werden nicht alle erfüllt werden können, aber wir müssen Ziele vor Augen haben, damit wir die Zukunft gestalten können“, sagte Thorsten de Haas, der bereits seit dem vergangenen Jahr dem Verwaltungsvorstand angehört. Die Fortführung der Gestaltung des Strukturwandels nannte er dabei an erster Stelle: „Wir müssen den notwendigen Wandel sowohl gesellschaftlich wie auch sozial formen und gestalten.“ Dies werde noch „Jahre, wenn nicht Jahrzehnte“ in Anspruch nehmen. Als naheliegende Aufgabe nannte er in diesem Zusammenhang die „weitere Verbesserung des Sicherheitsgefühls im Bereich der Innenstadt“.

Eine weitere Herausforderung sieht der neue Sozialdezernent in der Digitalisierung, die in seinem Zuständigkeitsbereich sowohl das Standesamt als auch das Friedhofsamt, aber natürlich auch die Schulen in der nahen Zukunft mit voller Wucht treffen und vor neue Herausforderungen stellen werde. „Wir haben in der Vergangenheit viel Geld in unsere Kindergärten und Schulen investiert. Wir sind gut aufgestellt, aber wir müssen die Plätze für den Offenen Ganztag noch erweitern“, betonte de Haas.

Natürlich sprach er in seiner Vorstellung auch das Thema an, das im Augenblick die Medien beherrscht: „Wir haben da nur begrenzten Einfluss als Kommune, aber wir müssen das, was wir auf dem Wohnungsbausektor beeinflussen können, anpacken und unseren Einfluss sinnvoll nutzen.“

Und dann fasste Thorsten de Haas prägnant in einem Satz das zusammen, was er als Maxime seiner künftigen Aufgabe als Beigeordneter der Stadt in Zusammenarbeit mit den übrigen Vertretern der Verwaltungsspitze sieht: „Ich will helfen, Hückelhoven in allen Bereichen für alle noch lebenswerter zu machen.“

Den frühlingshaften Blumenstrauß, dem man ihm nach seiner Wahl in die Hand drückte, gab der zweifache Vater gleich mit einem Dank an seine Ehefrau Verena im Zuhörerraum weiter: „Du hast mir in allen Dingen für meine berufliche Karriere immer den Rücken freigehalten.“ Nicht nur dafür bekam Thorsten de Haas anhaltenden Beifall von den Stadtverordneten.

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