Geilenkirchen: Sprache ist der Schlüssel zur Integration

Geilenkirchen : Sprache ist der Schlüssel zur Integration

Mit über 100 Teilnehmern im Kindergartenalter sowie deren Geschwistern und Müttern war in der Aula der Realschule Geilenkirchen richtig was los. Das „Kommunale Integrationszentrum (KI) Kreis Heinsberg“ hatte zum Jahresabschlussfest des Projekts „Rucksack-Kita“ für Kinder mit Migrationshintergrund eingeladen und alle beteiligten Kindertagesstätten hatten sich mit insgesamt elf teilnehmenden Gruppen eingefunden.

Im Einzelnen waren dies: das Familienzentrum Traumland aus Hückelhoven, die Kita Villa Regenbogen aus Ratheim, die Awo-Kita Hückelhoven, das Städtische Familienzentrum Westpromenade aus Erkelenz, das Awo-Familienzentren Stadtmitte und Jahnstraße in Geilenkirchen, die Awo-Kita Übach-Palenberg, die Städtische Kita Bauchem in Geilenkirchen und das Städtische Familienzentrum Teveren.

Jede einzelne Rucksack-Kita-Gruppe hatte sich für diesen besonderen Tag einen Vortrag ausgedacht, und die Kleinen präsentierten auf der Bühne beherzt und quietschfidel singend und tanzend ihr Können. Am Ende forderten sie ganz überraschend die verdutzten Entscheidungsträger aus den Verwaltungen auf mitzumachen, und schon standen diese zusammen mit der kessen Meute auf der Bühne und mussten alles nachmachen, was ihnen die Sprösslinge vorexerzierten: „Arme hoch, Hände umeinander kreisen!“, und vor allen Dingen kräftig Mitsingen war gefordert. Die „hohen“ Damen und Herren hatten sichtlich Spaß an diesen unerwarteten Leibesübungen.

Als Dank für die Beteiligung am Projekt „Rucksack-Kita“ erhielten die Kinder bunte Stoffbeutel mit kindgerechtem Inhalt, und die Mütter und Elternbegleiterinnen wurden mit Urkunden geehrt.

Natürlich durften die Gäste auch vielen Reden lauschen, so von Bernd Laprell, Leiter des Kommunalen Integrationszentrums Kreis Heinsberg, der das Jahresabschlussfest als Wertschätzung für die beteiligten Mütter und Elternbegleiterinnen initiiert hatte und sich über das zahlreiche Erscheinen freute.

Bürgermeister Georg Schmitz stellte für das Fest die Aula der Realschule zur Verfügung und betonte, das Projekt sei ein „kleiner, aber wichtiger Bestandteil der Integration in den Kommunen“. Weiterhin meldeten sich zu Wort Claus Bürgers, Leiter des Jugendamtes der Stadt Erkelenz, Peter Wiese vom Jugendamt der Stadt Hückelhoven und Ulla Sevenich-Mattar, Fachberaterin für Sprachbildung der Awo im Kreisverband Heinsberg.

Was bedeutet nun eigentlich „Rucksack-Kita“? Es ist ein neunmonatiges Sprach- und Elternbildungsprogramm, das die Herkunfts- und deutsche Sprache verbessern will. Auch zielt es darauf ab, die Erziehungskompetenz der Eltern zu stärken sowie den Austausch der Eltern mit den Kitas und untereinander zu fördern.

„Einmal wöchentlich treffen sich die Mütter in den Kitas, wo sie mit zweisprachigen Elternbegleiterinnen über Themen wie Kleidung oder Familie sprechen und dies zu Hause mit den Kindern in deren Muttersprache wiederholen“, erläuterte Bernd Laprell. Parallel dazu werde in den Kitas die deutsche Sprache gefördert.

Kinder werden offener

„Dem KI Kreis Heinsberg obliegt seit 2014 die Koordination des Projekts“, informierte Laprell. Finanziert werde es von den Trägern, den Städten Geilenkirchen, Hückelhoven und Erkelenz sowie der Awo. „Sprache ist der Schlüssel zur Integration. Nicht nur die Kinder profitieren, auch die Mütter werden viel offener!“, ist seine Erfahrung.

Und was sagen die beteiligten Kinder und Mütter? Die fünfjährige Azra Karanfin und die gleichaltrige Talia Tuna aus der Türkei erzählen: „Wir machen gerne mit. Zu Hause lernen wir meist mit Arbeitsblättern auf Türkisch und im Kindergarten auf Deutsch. Basteln gefällt uns besonders gut!“ Auch ihre Mütter äußern sich über das Projekt sehr positiv.

Kindertagesstätten, die mehr über das Projekt „Rucksack-Kita“ erfahren möchten, können sich an Julia Gericks vom KI Kreis Heinsberg unter der Telefonnummer 02452/134066, oder per E-Mail: julia.gericks@kreis-heinsberg.de, wenden.

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