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Spitzentöne mit Tamara Peters und Musikschülern im Rondell

Konzertformat : Im Rondell erklingen wieder Spitzentöne

Für Kenner klassisch-anspruchsvoller und moderner Musik ebenso wie für solche, die es noch werden wollen, eignet sich das Konzertformat „Spitzentöne“: Talentierte Musikschüler unterhalten gemeinsam mit einem Profi das Publikum. Nicht nur erdacht haben es gemeinsam die Jugendmusikschule Heinsberg mit Theo Krings, die Kreismusikschule mit Gerda Mercks und die Kreissparkasse, sondern jetzt auch bereits zum dritten Mal erfolgreich umgesetzt.

Dabei freute sich das Heinsberger Rondell, die „gute Stube“ der Jugendmusikschule, dieses Mal über einen wahren Besucheransturm.

Der Fokus des Konzerts liegt immer auf einem Instrument. Das war nach Streich- und Holzblasinstrumenten in diesem Jahr der Gesang. Und während sich im ersten Teil des Konzerts begabte Schüler beider Schulen präsentieren, wird der zweite Teil von einem Profi gestaltet, der seine Wurzeln in der Region ist.

Den Anfang machte in diesem Jahr Eileen Sugge aus Gangelt-Birgden, die sich gerade am Heinsberger Kreisgymnasium auf ihr Abitur vorbereitet und von Guido Janssen an der Jugendmusikschule unterrichtet wird. Schon beeindruckt war das Publikum von ihrem ersten Gesang, zurück ins Mittelalter mit Text und Melodie von Hildegard von Bingen. „Caritas abundat in omnia“ sang sie à capella. Es folgte zunächst ein Sprung 500 Jahre weiter ins elisabethanische Zeitalter zum damaligen „Popstar“ John Dowland mit „Come again, sweet love doth now invite“, begleitet am Klavier von Theo Krings, und dann in die Neuzeit. „If I ain´t got you“ von Alicia Keys brachte Eileen Sugge ebenso gekonnt zu Gehör wie den berühmten Presley-Song „I can´t help falling in love“ in einer Adaption von Haley Reinhart und „Some things got a hold on me“ von Christina Aguillera.

Weiter ging´s im Programm mit Aylin von der Ruhr aus Geilenkirchen. Sie studiert Lehramt in Aachen und bereitet sich parallel mit ihrer Lehrerin Natalie Diart auf die Aufnahmeprüfung im Fach Musik vor.

Am Klavier begleitet wurde sie von Dr. Irina Fuchs von der Kreismusikschule. Aylin von der Ruhr begann ihren Ausflug in die klassische Musik mit der Arie des Taumännchens aus der Oper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck. Aus der frühen Romantik hatte sie dann „Im Frühling“ von Franz Schubert ausgewählt. „Von ewiger Liebe“ sang sie von Johannes Brahms, „Se tu m´ami“ in Italienisch von Allessandro Parisotti. Auch sie beendete ihren Part ganz aktuell in Englisch und verdeutlichte ihre Vielseitigkeit mit „Dark Waltz“ von Hayley Westenra, „Ain´t No Sunshine“ von Bill Withers und „All That Jazz“ aus dem Musical Chicago.

Nach der Pause ging es mit Schätzen der Klassik weiter

Nach der Pause bezauberte Tamara Peters aus Selfkant-Saeffelen, ehemalige Schülerin von Guido Janssen, das Publikum, nicht nur mit den Schätzen der Klassik von Robert Schuman oder von Reinaldo Hahn, dessen Werke sie in einem wunderbaren, völlig akzentfreien Französisch interpretierte. Sie sang von der Insel Youkali (Kurt Weill) und erzählte dem Publikum von ihren gemeinsamen zwei Wochen mit Theo Krings auf dem Kreuzfahrtschiff. Krings, der auch sie am Klavier begleitete, sang dann beim Skye Boat Song sogar mit. Und nicht erst bei den beiden Liedern von Anna Depenbusch wurde deutlich, dass Tamara Peters eigentlich alles singen kann, in der einen Sekunde als echte Chansonnière und gleich in der nächsten einen glockenhellen Sopran.

Erstmals sang sie vor Publikum „Maybe I like it this way“ aus dem Musical „The wild party“ und verriet, dass dies ihr Audition-Song ist, der sie auch aktuell ins Musical Ludwig2 Nach Füssen gebracht hat. „Mein Ritter“ sang sie daraus, bevor sie neben Krings am Flügel Unterstützung von vier Instrumentalschülern erhielt: von den Violinisten Hannah Forg und Raphael Gisbertz, von Greta Winkelhorst am Cello und in zwei Stücken Anna Hanrath am Saxophon. „The way we were“ von Barbra Streisand, „Halt mich“ von Herbert Grönemeyer und „Skyfall“ von Adele hatte das kleine Orchester mit Tamara Peters eingeübt.

Nicht lange ließ es sich von einem restlos begeisterten Publikum zur Zugabe bitten. Nein, nie habe sie den Weg bereut, den sie in der Jugendmusikschule begonnen habe, betonte sie und verabschiedete sich passend in Französisch mit „Non, je ne regrette rien“ von Edith Piaff.