Hückelhoven: Spannende „Nacht im Schacht“ im Barbarastollen

Hückelhoven: Spannende „Nacht im Schacht“ im Barbarastollen

Durch eine quietschende Stahltür ging es vorbei an Loren, Sauerstoffgeräten und alten Grubenlampen hin zu einem kleinen Tisch, auf dem allerlei Skripte und Bücher lagen. Die Besucher der ersten „Nacht im Schacht“ durften wahrlich annehmen, sie seien gerade ein paar hundert Meter tief in die alte Zeche Sophia Jacoba eingefahren.

Detlef Stab, Vorsitzender des Fördervereins Schacht 3, erklärte den Gästen, dass sie sich im Barbarastollen befinden. „Nachdem die Zeche stillgelegt wurde, haben wir überlegt, was wir mit all den Maschinen und Gerätschaften anstellen. Wir haben alles unter Tage auseinandergebaut und hier oben, direkt neben dem alten Förderturm wirklichkeitsgetreu wieder hergerichtet“, merkte er an. Besonders habe er sich darüber gefreut, dass die Initiatoren ihn vor ein paar Monaten angerufen und angefragt hätten, ob es möglich sei, eine Lesung im Barbarastollen zu veranstalten.

Während Detlef Stab sich bei allen Organisatoren bedankte, strömten immer noch mehr interessierte Hückelhovener auf das alte Zechengelände, sodass noch einige Stühle herbeigeschafft werden mussten.

Autor Kurt Lehmkuhl bedankte sich beim Förderverein und war überwältigt vom großen Zuspruch, den die erste „Nacht im Schacht“ hervorrief. „Heute bekommen sie spannende Geschichten von Autoren aus Hückelhoven und Erkelenz zu hören“, erklärte er. Es gab schaurige Geschichten von Helmut Wichlatz, Renate Janssen, Mechthild Gödecke und Kurt Lehmkuhl. So handelte der Einstiegsroman von einem Mord auf dem Hückelhovener Trödelmarkt, der sich passend auf dem alten Zechengelände befand. Aufgeklärt wurde er von zwei mutigen Trödelspezialistinnen. Helmut Wichlatz entführte die Zuhörer in die Welt des Männergesangsvereins Doveren, in der mehr Lügen und Intrigen lauerten, als das Publikum annehmen konnte. Durch seine authentische Leseart erhielten seine Geschichten eine ganz besondere Note.

Manchmal nahmen die Geschichten eine überraschende Wendung, so auch der Krimi „Merkst du was“ von Mechthild Gödecke. Für Renate Janssen war diese Lesung auch mit persönlichen Erinnerungen verbunden. „Als ich vor gut 20 Jahren nach Hückelhoven zog, habe ich hautnah die Schließung der Zeche miterlebt, vor allem die vielen persönlichen Schicksale.“ Darum habe für sie diese Lesung eine ganz besondere Bedeutung

Nicht nur die Autoren, auch die Organisatoren und Zuhörer waren begeistert von dieser „Nacht im Schacht“. Kurt Lehmkuhl sah sich aufgrund der großen Resonanz fast gezwungen, eine „zweite Nacht“ zu veranstalten.

„Es gibt so viele Möglichkeiten in dieser einzigartigen Location, vielleicht machen wir hier auch mal ganz was anderes“, fügte er vielsagend hinzu.

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