Sonnenstrom für Heinsberger Laternen

Solarpark geplant : Sonnenstrom für Heinsberger Laternen

Die NEW Re aus Mönchengladbach plant, auf dem Gelände des rekultivierten Kiestagebaus Wilhelm in Heinsberg einen Solarpark zu bauen. Die Fläche liegt an der Ecke der Verlängerung des Waldenrather Weges und der Kreisstraße 5. Allerdings, so teilte das Unternehmen mit, befinde man sich noch in einem sehr frühen Stadium der Planungen.

Solaranlagen auf freier Fläche sind in unserer Region recht selten. Das hängt auch damit zusammen, dass der Landesentwicklungsplan vorsieht, dass Freiflächen nicht mit Solarenergieanlagen bebaut werden sollten. Ausdrücklich davon ausgenommen sind jedoch bergbauliche Brachflächen, die sehr wohl für die Solarenergie infrage kämen, schreibt die Stadt Heinsberg dazu in den Unterlagen, die nun im Planungs-, Umwelt- und Verkehrsausschuss vorgelegt wurden.

35 bis 40 Reihen

Nach Angaben der Stadt beabsichtigt der Investor eine Freiflächenphotovoltaikanlage in 35 bis 40 Reihen mit Modultischen, die einen Abstand von rund 2,60 Meter haben, zu errichten. Spiegeleffekte auf die K5, die Autofahrer beeinträchtigen könnten, sollen nicht entstehen, sagte Peter Sangermann, Technischer Beigeordneter.

Wie groß die Anlage genau wird, konnte NEW Re auf Anfrage unserer Zeitung noch nicht abschließend sagen: „Wir haben derzeit noch keinen finalen Planungsstand. Auf der Fläche lässt sich eine Anlage errichten, die rund fünf Megawatt Leistung hat“, teilte Pressereferentin Daniela Veugelers für das Unternehmen mit. Bei einer Größe von fünf Megawatt könnte der Solarpark maximal fünf Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren. Dadurch ließen sich rund 1500 Haushalte mit Energie beliefern. Sofern der Solarpark in dieser Größenrodung realisiert wird, „erwarten wir Investitionskosten von rund vier Millionen Euro“, so Veugelers.

Einen zeitlichen Fahrplan, wann die Anlage ans Netz gehen soll, konnte die NEW Re noch nicht nennen: Das liege zum einen daran, dass das Genehmigungsverfahren erst abgeschlossen werden müsse. „Darüber hinaus muss eine solche Freiflächen-Photovoltaikanlage ins Ausschreibungsverfahren bei der Bundesnetzagentur – im Rahmen des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes – und muss dort den Zuschlag erhalten“, teilte Veugelers mit.

Die NEW Re verfügt nach eigenen Angaben bereits über einschlägige Erfahrung in Sachen Solarenergie: Im September 2012 sei von dem Unternehmen einer der größten Solarparks der Region in Viersen-Reimesheide realisiert worden. Der Solarpark hat eine Leistung von zwei Megawatt. Dies entspricht dem durchschnittlichen Stromverbrauch von rund 600 Haushalten.

Das zeigt, dass der Heinsberger Solarpark eine beachtliche Größenordnung hätte. Dem steht die Stadt positiv gegenüber: „Die Stadt Heinsberg will die Nutzung von regenerativen Energiequellen, hier insbesondere Photovoltaikanlagen, fördern und somit dazu beitragen, dass der CO2-Ausstoß reduziert werden kann“, teilt die Verwaltung dazu mit. Zurzeit sei angedacht, vertraglich zu regeln, dass der Strom für die öffentliche Straßenbeleuchtung genutzt werden soll. „Insofern steht der Betrieb der Photovoltaikanlage auch in öffentlichem Interesse“, so die Stadt Heinsberg.