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Umfrage: So tanken unsere Leserinnen und Leser Kraft in der Krise

Umfrage : So tanken unsere Leserinnen und Leser Kraft in der Krise

„Was gibt Ihnen in der Krise Kraft?“, haben wir unsere Leserinnen und Leser gefragt. Das sind ihre Antworten.

Hartmut Schiszler aus Heinsberg hat in den Monaten seit dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie ein tägliches Ritual entwickelt, das ihn gut in den Tag starten lässt:

Ich schicke Ihnen eine kurze Antwort, ehe ich mich aufs Fahrrad schwinge: Kraft gibt mir in diesen Tagen und Monaten die Fahrt mit dem Rad zur Arbeit von Waldenrath nach Erkelenz. Die Stunde am Morgen und am Abend gibt mir Normallität, stärkt meine Körperabwehr und hält mich auch psychisch gesund.

Christine Burgmer aus Waldfeucht-Haaren hat auch ein gutes Rezept für mehr Zufriedenheit in der Krise gefunden:

Was mir hilft, die Krise zu überstehen, ist:

1. Tägliche Bewegung, die mir Spaß macht. Entweder gehe ich mit den Stöcken durch den Wald (ich bin Nordic Walker) oder ich mache Übungen mit meinen Smovey-Ringen zu Hause.

2. Mein Computer! Ich stehe täglich mit unterschiedlichen Gruppen in Verbindung. Ich arbeite als Sprachtrainerin und nutze die Zeit, mich zu vernetzen.

Ich habe also viel Bewegung und viele Online-Begegnungen. Das alles gibt mir viel Kraft.

Birgit Bertulies aus Erkelenz-Gerderath fällt es leicht, die Frage nach ihrem Kraftspender in der Coronazeit zu beantworten:

An erster Stelle steht für mich der Aufenthalt draußen an der frischen Luft. Egal welches Wetter herrscht, da kann ich mich passend anziehen. Spaziergänge, möglichst im Wald oder am Wasser, und mein eigener Garten – das sind die Glücksorte. Und am Abend, wenn im Fernsehen immer die gleichen Themen auftauchen, da nehme ich doch sehr gerne ein Buch zur Hand. So kann ich immer wieder auftanken und Kraft schöpfen, und ich wünsche auch Ihnen, dass Ihnen das ebenfalls gelingt.

Kraft tanken im Wald bei den Bäumen: Für Birgit Bertulies aus Gerderath ein Geheimrezept für mehr Kraft in der Krise. Foto: Bertulies/B. Bertulies

Rita Zurmahr-Tabellion aus Hückelhoven-Kleingladbach hat sich viele Gedanken rund um den Corona-Blues und was dagegen helfen könnte gemacht. Ihre Gedanken möchte sie gerne teilen:

November – ein grauer, in der Regel dunkler Monat! Für uns fängt er wie immer mit dem Gedenken an Verstorbene der Familie, im Bekannten- und Freundeskreis an. Wir erinnern uns an gemeinsam verbrachte Zeiten und Erlebnisse! Dieses Jahr ist die Stimmung anders wegen des zusätzlichen Corona-Lockdowns! Wir stellen uns auf weniger Treffen ein. Die Gedanken gehen in die nächsten Wochen, was ansteht. Vorbereitungen für Familientreffen, Namenstag, Geburtstage, Hochzeitstag, Advent, Weihnachten, Jahreswechsel gehen mir durch den Kopf aus Vorfreude auf Wiedersehen mit Kindern, Freunden, Familien!

Wir freuen uns nach angstbesetzten Tagen mit einer Freundin, dass ihr Coronatest negativ ausfiel, und alle Sorgen zerfielen, evtl. jemanden infiziert zu haben! Wir freuen uns über die Geburten zweier kleiner Mädchen, die gesund und erwartungsvoll in die Kamera schauten, über Fortschritte von unternehmungslustigen Kleinkindern, die ihren Eltern noch wacklig entgegenlaufen und viel Lachen hervorrufen! Sie genießen ihre neuen Fähigkeiten, erobern ihre Welt und kümmern sich nicht um Corona-Viren! Wie gut, dass es Mails und Videos gibt in diesen Zeiten!

Wir haben Respekt vor jungen Menschen, deren berufliche Zielsetzungen durch Coronaentwicklungen behindert, verschoben werden! Beeindruckend, wie sie sich gegenseitig unterstützen und ermutigen! Wieviel Elan, Mut zeigen sie? Junge Menschen erkennen den Wert von Arbeit, sind froh, wenn ihre Arbeit fortgeführt werden kann!

Wir gehen spazieren. Der Wald färbt sich immer bunter in tollen Herbstfarben, die Vögel ziehen in spitz zugeführten Gruppen in den Süden! Die Sonne scheint, morgens auf Raureif im Garten in bordürenförmigen Formaten! Neben trocknenden Hortensien blühen letzte Rosen und die ersten Christrosen! Ein Rotkehlchen beobachtet Meisen, die auf lichter werdenden Baumästen umherspringen!

Der Presse und anderen Medien entnehmen wir weltweite Entwicklungen, die nicht gerade beruhigend wirken! Was können wir ändern, verbessern? Wir beschränken uns auf Erwartungen an unsere Stadt und Region: Glücklich können diejenigen sein, die Arbeit haben, in Frieden mit ihren Lieben und der Gesellschaft leben können und sich für das Gemeinwohl engagieren!

Gleichgültig ob Beruf, Sport, Kultur, Kirche oder Politik, Erfahrungen einzubringen unterstützt gesellschaftliche Entwicklungen!

Mütter, Väter, Eltern, Großeltern leisten viel, weil sie sich um Kinder kümmern, ihre beruflichen Aufgaben wahrnehmen und nicht selten auch um ältere oder kranke Menschen sorgen.

Viele Kontakte können zurzeit nicht konkret stattfinden, aber wir machen Besuche auf Distanz, telefonieren, schicken nette, lustige Online-Erinnerungen, damit Corona-Beschränkungen präsent bleiben! Wir hören Musik, die wir schon lange hören wollten, und schreiben auch wieder Briefe! Diese seltsame Zeit gibt uns Gelegenheiten, Gedanken schriftlich zu Papier zu bringen. Wir ermutigen Berufstätige, bei ihrer Arbeit auf andere Menschen aber auch auf sich selbst zu achten. Fotobücher rausholen, wie gut sie sich in der Hand anfühlen, auch wenn man auf Mengen gespeicherter Fotos in Clouds nicht verzichten möchte! Sich an Erlebnisse und Ereignisse erinnern, das macht Freude! Lesen, auf dem Laufenden bleiben, gesellschaftliche Entwicklungen begleiten, Informationen teilen mit interessierten, engagierten Menschen, die wegen der zusätzlichen Corona-Auflagen und Sorgen weniger Zeit finden für eigene Interessen! Zusammenkünfte, Sportzeiten fallen aus, dafür gibt es Zoom-Treffen, Online-Tagungen, Webinare! Lebenslanges Lernen ist auch in Coronazeiten möglich!

Zeit bleibt vielleicht auch für selbstgemachte Geschenke, damit kann man im Dezember auch überraschen. Wie werden wir unser Zusammenleben in den nächsten Monaten gestalten können? AHA – Abstand, Hygiene, Alltagsmasken – bleiben für uns alle notwendige Maßnahmen zum Schutz von uns und anderen!