Simon Kempston bei der Acoustic Night in Leonhardskapelle in Erkelenz

Acoustic Night : Schottischer Songwriter thematisiert den Tagebau

Der schottische Singer und Songwriter Simon Kempston präsentierte sein neues und mittlerweile neuntes Album „Broken Before“ in der Leonhardskapelle. Dort war er vor rund vier Jahren schon einmal im Rahmen der Acoustic Night zu Gast.

Diesmal hatte Kempston nicht nur sein neues Album im Gepäck. Begleitet wurde der Gitarrist von dem preisgekrönten Fiddle-Spieler Robbie Greig, der auch aus Schottland stammt. Der Organisator Alwin Nagel bezeichnete ihn in der Anmoderation als „atemberaubenden Fiddler“, was Greig im Laufe des Konzerts durchaus unter Beweis stellte. Weiterhin verriet Nagel, dass Erkelenz in das neue Album Kempstons Einzug gefunden habe.

Beim letzten Besuch des Musikers hatte ihn vor allem ein Abstecher in die vom Tagebau bedrohten Ortschaften sehr beeindruckt. Dass er ein Lied über die Ortschaften schreiben musste, sei ihm beim Anblick der Friedhöfe klargeworden, die auch dem Bagger weichen mussten. Dass „die mächtige Bestie Kapitalismus“ sogar Tote aus ihre Gräber verdrängen könne, sei eine erschreckende Erkenntnis, hatte er zuvor schon in einem Interview erklärt. Unter dem Eindruck der Umsiedlungsproblematik entstand sein Lied „Time to go now“.

Doch auch sonst war das Konzert nicht frei von emotionalen Momenten, zum Beispiel bei „The last car“, dem ein paar eindrucksvolle Erinnerungen an seinen Vater vorangingen. Verbunden war das Lied mit einer Widmung an die ehemalige Premierministerin Margret Thatcher, deren Politik eine „zerstörerische Wirkung für ganz Schottland“ gehabt habe, die man noch heute spüre.

Kempstons Musik verbindet die keltischen Wurzeln mit amerikanischem Blues und traditionellem Folk, wobei er seine Fans auch durch seine poetischen Texte und das kraftvolle Gitarrenspiel begeistert.

Die Acoustic Night geht erst im Februar mit der amerikanischen Songwriterin Anna Coogan weiter. Diesmal kommt sie solo und präsentiert ihr neues Performance-Konzept der Stummfilmvertonung. Vorgesehen ist die Live-Vertonung des sozialkritischen Detektivfilms „Beatrice Fairfax – The Curse of Ece“ aus dem Jahr 1916.

(hewi)
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