Erkelenz/Hückelhoven: Schwarz-grüne Zuversicht trotz gescheiterter Sondierung

Erkelenz/Hückelhoven: Schwarz-grüne Zuversicht trotz gescheiterter Sondierung

Bis nach Mitternacht hatten die Unterhändler von CDU und Grünen am Mittwoch in Berlin sondiert, ob es nicht doch etwas geben könnte mit einem schwarz-grünen Bündnis auf Bundesebene.

Letztlich blieb die Kontaktaufnahme erfolglos, eine Koalition ist nicht in Sicht. Jedenfalls zurzeit nicht, wie Vertreter beider Lager deutlich machten. Die Grünen vor Ort können diese Entscheidung nachvollziehen.

Mit großer Aufmerksamkeit haben die Grünen in Ortsverbänden und Kreisverband die schwarz-grünen Annäherungsversuche verfolgt. Für Maria Meurer, Sprecherin des Erkelenzer Ortsverbands und Fraktionschefin im Kreistag, gibt es „momentan noch gute Gründe, weshalb eine Koalition nicht zustande gekommen ist“.

Etwa bei der Energiepolitik, einem urgrünen Thema schlechthin, „muss sich die CDU künftig noch mehr bewegen“. Grundsätzlich sei es aber nach dem Bundestagswahlkampf schwierig gewesen, ein schwarz-grünes Bündnis im Bund zu schmieden.

Vor dem Urnengang im September hatte das linke Lager Rot-Grün als Mehrheitsoption in den Fokus gerückt, was bekanntlich beim Wahlvolk keine ausreichende Zustimmung fand. Wie viele andere in ihrer Partei fordert deshalb auch Maria Meurer, „die CDU nicht mehr zu dämonisieren“.

Mittlerweile hätten die Grünen „viel Erfahrung mit rot-grünen Koalitionen. Und dabei hat es traumatische Ereignisse — etwa in der Landesregierung mit Wolfgang Clement oder im Bund mit Gerhard Schröder — gegeben“, sagt Meurer, die seit 1983 Grünen-Mitglied ist.

Konsequenz daraus: „Viele unserer Mitglieder vor Ort in Orts- und Kreisverband sind schon lange der Meinung, dass wir uns der CDU öffnen sollten.“

Einer schwarz-grünen Zusammenarbeit auf Bundesebene sind trotz der gescheiterten Sondierung in Berlin mittlerweile auch die örtlichen Christdemokraten nicht mehr abgeneigt. Thomas Schnelle, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Hückelhoven: „Das Schreckgespenst ,Grüne‘ gibt es bei uns nicht mehr.“ Für die Basis sei es mittlerweile vorstellbar, mit den realpolitisch orientierten Kräften der Grünen auch bundesweit zu kooperieren.

„Erster Schritt ist gemacht“

Schnelle findet es „bemerkenswert, in welcher Form die Sondierungsgespräche abgelaufen sind und dass es doch einige Übereinstimmungen gegeben hat“. Für ihn ist „der erste Schritt gemacht. Schwarz-Grün ist in Zukunft nicht mehr ausgeschlossen — auf Bundes- und auch Landesebene.“

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