Schulentwicklungsplan: Anmeldezahlen der Hückelhovener Schulen

Schulentwicklungsplan : „Anmeldezahlen sind zu hoch gegriffen“

Die Projektgruppe Bildung und Region in Bonn hat für den Kreis Heinsberg im Januar die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes aus dem Jahr 2017 vorgelegt: Auf 296 Seiten wird für jede einzelne Schule im Kreis Heinsberg anhand von verschiedenen Parametern vorhergesagt, wie sie sich entwickeln wird.

Für die 14 Schulen im Stadtgebiet Hückelhoven legt der Verfasser des Werkes, Wolf Krämer-Mandeau, freilich Zahlen zugrunde, die bei den verantwortlichen Praktikern vor Ort leichtes Kopfschütteln hervorrufen.

„Die die in dem Entwicklungsplan prognostizierten Anmeldezahlen von 149 Schülern im Schuljahr 2020/21 sind viel zu hoch gegriffen, eigentlich unrealistisch“, sagt Arnold Krekelberg, Der Leiter des Hückelhovener Gymnasiums nennt die 114 Anmeldungen, die bis heute für das kommende Schuljahr an seiner Schule eingegangen sind, „solide und realistisch“. Selbst wenn die Schülerzahl im Gymnasium durch den Umstieg auf G9 in den kommenden Jahren von jetzt knapp über 1000 auf dann knapp unter 1100 ansteigen wird, so die Einschätzung von Schuldezernent Helmut Holländer, „sind die räumlichen Voraussetzungen dafür gegeben“.

Auch Helmut Holländer kann die Hochrechnungen des Wolf Krämer-Mandeau von der Bonner Projektgruppe nicht so recht nachvollziehen: Für die Hauptschule In der Schlee, die gerade – wie ausführlich berichtet – mit dem Titel „Talentschule“ ausgezeichnet wurde und sich damit unter anderem auf 5,7 neue Lehrerstellen freuen kann, wird bis zum Schuljahr 2022/23 ein Absinken der Schülerzahl von jetzt rund 500 auf dann nur noch 347 Schüler prognostiziert.

„Würden beispielsweise pro Jahrgang beim Gymnasium nur 15 Schüler weniger angemeldet, hieße dies, dass bis zu 90 Schüler mehr die Hauptschule besuchen würden“, legte Holländer in der Sitzung des Schulausschusses seine im eigenen Dezernat aufgestellte Berechnung vor. Im Übrigen sei er sicher, dass die Ausweisung als Talentschule „in jedem Fall dazu führt, dass die Schülerzahl an der Hauptschule In der Schlee nicht weiter absinkt“.

Trotz dieser teilweise nicht nachvollziehbaren Rechenoperationen filtert der Schuldezernent aus dem kreisweiten Schulentwicklungsplan heraus, „dass die Stadt Hückelhoven als Schulträger gut aufgestellt ist“. Man werde, das versicherte Helmut Holländer, auch am Ziel festhalten, „die vorhandenen Grundschulen zu erhalten, damit für Hückelhoven auch weiter der Grundsatz gilt: Kurze Beine – kurze Wege“.

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