„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ im Kreis Heinsberg

„Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ : Selbst schlau machen, gut argumentieren

Daniel Bani-Shoraka ist der Regionalkoordinator des Netzwerkes „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Neun Schulen im Kreis Heinsberg haben sich diesem Netzwerk bereits angeschlossen.

Sechs von ihnen trafen sich nun mit acht weiteren Schulen aus der Städteregion und der Stadt Aachen sowie den Kreisen Düren und Euskirchen zu einem Regionaltreffen der Netzwerkschulen des westlichen Regierungsbezirks Köln.

Daniel Bani-Shoraka hatte die Idee gehabt, ein solches Treffen in den Kreis Heinsberg zu holen, um auch Schülern und Lehrern der Courage-Schulen aus der Region die Teilnahme an den bei einem Regionaltreffen angebotenen Workshops zu erleichtern. Als Veranstaltungsort hatte man das Mehrgenerationenhaus der Stadt Übach-Palenberg ausgewählt.

Renate Bonow, Ansprechpartnerin der Landeskoordination NRW „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, begrüßte die Gäste im Veranstaltungsraum des Mehrgenerationenhauses, nachdem Schüler der  Gemeinschaftsgrundschule Palenberg als musikalischen Auftakt eine Performance über das friedliche Miteinander dargeboten hatten. Renate Bonow betonte in ihrer Ansprache, dass die große Zahl der Schulen, die sich dem Netzwerk angeschlossen hätten, schon lange nicht mehr durch eine Landeskoordination zu betreuen sei, sondern mittlerweile fast flächendeckend Regionalkoordinationen eingerichtet worden seien.

Daniel Bani-Shoraka etwa ist seit 2017 als Regionalkoordinator für den Kreis Heinsberg unter dem Dach des Kommunalen Integrationszentrums Kreis Heinsberg tätig. Das Netzwerk, so Renate Bonow, stehe auf zwei Beinen, den Koordinierungsstellen zum einen und zum anderen den Kooperationspartnern, dies könnten Organisationen, Initiativen oder Theatereinrichtungen sein, die den Schulen Angebote etwa zum Thema Diskriminierung machen.

Bonow: „Nicht nur der rechte Flügel der AfD mit seinen offen rassistischen Positionen, der mittlerweile in Landtagen und im Bundestag vertreten ist, macht deutlich, dass lange als sicher geglaubte Grundregeln, nämlich die Achtung und Sicherung der Menschenrechte für alle, das heißt auch Minderheiten, eine demokratische Debattenkultur, die Akzeptanz von Mehrheitsentscheidungen, um nur einige Eckpfeiler unserer Demokratie zu nennen, immer mehr in Frage gestellt werden. Aus meiner Sicht sind wir alle dazu aufgerufen, sorgsam mit unserer Freiheit und unseren Rechten umzugehen und sie gegen alle, die zum Beispiel mit zum Teil erniedrigenden Hassbotschaften Menschen beschädigen oder wie im Fall des Regierungspräsidenten Lübke gar ermorden, zu verteidigen.“ Dafür stünden das Netzwerk und die Schüler und Pädagogen an den Courage-Schulen.

Um andere überzeugen zu können, so Renate Bonow, müsse man sich aber selbst schlau machen, was das Erkennen und die Auseinandersetzung mit menschenfeindlichen Argumentationen angehe. Zum „Schlau-Machen“ hatten die Veranstalter fünf Workshops vorbereitet. Die Referenten befassten sich in diesen mit Themen wie Argumentation gegen rechte Parolen, Extremismus, Fakenews und Hatespeech.

Lukas Knoben aus Aachen führte die Teilnehmer des Netzwerktreffens in die Kunst des  Peotry-Slam ein. Knoben gab zunächst eine Kostprobe für alle, wie so ein „moderner Dichterwettstreit“ aussieht, bevor er seinen Workshop leitete.  Regionalkoordinator Daniel Bani-Shoraka war von dem 22-jährigen Peotry-Slammer aus Aachen begeistert. „Diese Zusammenarbeit wollen wir auf jeden Fall fortsetzen.“ Die Kleinkunstform des  Poetry-Slam als Wettbewerb verlangt selbst geschrieben Texte, die in sechs Minuten ohne Requisiten vorgetragen werden. Der Inhalt kann eine Liebelei oder auch was ganz Ernstes, wie die Diskriminierung einer vermeintlichen Minderheit sein.