Heinsberg: Schüler in der Rolle von Abgeordneten

Heinsberg: Schüler in der Rolle von Abgeordneten

In der Rolle eines Abgeordneten des Europaparlaments haben neun Schüler des Heinsberger Kreisgymnasiums ein Wochenende im niederländischen Kerkrade verbracht. Debatten in englischer Sprache sowie interessante Themen sorgten dabei für einmalige Erfahrungen.

„Die Europäische Union erscheint vielen oftmals abstrakt, zu abstrakt, und Brüssel, Luxemburg oder Straßburg viel zu weit entfernt als dass Vorgänge und Politik leicht verständlich wären“, so Lehrer Hans Nijs, der die Schüler auf ihrem Weg ins „Model European Parliament“ (MEP) begleitete.

Auch in diesem Jahr wurden Verfahrensweisen und Regeln für die anstehenden Debatten, die natürlich ausschließlich in englischer Sprache stattfanden, zunächst in einem Workshop erklärt.

Die Parteien EPP (Europäische Volkspartei), S&D (Allianz der Sozialisten und Demokraten), ALDE (Allianz der Demokraten und Liberalen) und Greens (Die Grünen) kamen am ersten Abend zusammen, und die Schüler beratschlagten in der Rolle des ihnen zugeteilten Abgeordneten über die vorgegebenen Themen.

Eine potenzielle Erweiterung der EU, der Fortbestand des Schengen-Vertrages, die europäische Fischereipolitik, das Problem der Jugendarbeitslosigkeit und die Eurokrise wurden dann am nächsten Tag in den Komitees mit Vertretern aller Parteien ausführlich diskutiert. Sowohl die Interessen des ihnen zugeteilten Staates, als auch die der jeweiligen Fraktion mussten die Schüler dabei beachten.Schließlich galt es, die anderen Delegierten vor der anstehenden Abstimmung von der eigenen Meinung zu überzeugen.

Abschließend wurde im Rahmen einer Plenarsitzung (plenary session) jedes Thema noch einmal besprochen und schließlich zur Abstimmung gebracht. Obwohl sich die Heinsberger Schüler in mehreren Sitzung unter Anleitung der erfahrenen Schülerin Laura Dohmen mit den Verfahrensweisen dieses Schülerparlamentes vertraut gemacht hatten, gingen sie doch voller Spannung in die Sitzungen der einzelnen Ausschüsse, um dann erleichtert festzustellen, dass die meisten anderen Teilnehmer ebenfalls neu waren und mit den gleichen Anfängerschwierigkeiten zu kämpfen hatten.

„Als sich die erste Scheu gelegt hatte, konnte man gut beobachten, mit welchem Engagement um Positionen und Änderungen gerungen wurde“, freut sich Nijs. „Nach kurzer Zeit weiß man, wer was vertritt und kann sich selbst gut einbringen“, so Anne Vogten, die Schülersprecherin des Kreisgymnasiums. „Man lernt so viele Leute kennen, dafür lohnt sich die Teilnahme am MEP schon alleine“, fügte Christina Gronemann hinzu.

Auch die übrigen Teilnehmer, Marie-Jeanne Esser, Melissa Madeira-Gibbels, Paulina Otto, Carolin Ohlenforst, Christina Schiffers, Lucia Winands und Eric Veltjens vertraten ihre Einwände und Änderungswünsche mit einer immer größeren Selbstsicherheit, so dass ihr Lehrer abschließend feststellen konnte: „Alle sind an den Herausforderungen gewachsen und haben gerade für sich selbst enorm wichtige Erfahrungen machen können, die ihnen nicht nur in der schulischen Entwicklung helfen werden.“

Neben der sprachlichen Herausforderung, die MEP mit sich bringt, profitierten auch die Teilnehmer in diesem Jahr von den inhaltlichen wie auch persönlichen Erfahrungen, die ein tiefergehendes Verständnis der EU und mithin all ihrer Prozesse und Strukturen ermöglichte. „Die meisten Schüler wollen im nächsten Jahr erneut teilnehmen“, stellte Nijs zum Abschluss erfreut fest.