Erkelenz: Schüler hauchen Robotern Intelligenz ein

Erkelenz: Schüler hauchen Robotern Intelligenz ein

Eigentlich bringt die Roborockets vom Cusanus-Gymnasium in Erkelenz nichts so schnell ins Schwitzen. Doch als das neue Betriebssystem auf ihren Laptops einfach nicht laufen wollte, standen ihnen doch schon ein paar dicke Schweißperlen auf der Stirn. Denn ohne Betriebssystem gehorcht auch der Roboter nicht.

Pleiten, Pech und Pannen

Und darum ging es ja. Immerhin war es nicht irgendein Tag, sondern Finaltag des Roboterwettbewerb von Zukunft durch Innovation (zdi) in Mülheim an der Rur. Zwei Stunden saßen sie vor dem Bildschirm und werkelten, bis es wieder laufen sollte wie am Schnürchen. Zwei Stunden, in denen sie in einer der drei Aufgabenfelder wegen technischer Schwierigkeiten keine Punkte holen konnten. Dass die Roboter-AG-Schüler des Cusanus-Gymnasiums dennoch im Gesamtwettbewerb Platz sieben holen konnten, zeugt von ihrem Talent. Immerhin waren nicht weniger als 170 Teams mit über 1000 Schülern angetreten.

„Eine tolle Leistung. Das macht schon stolz“, sagt Schulleiterin Rita Hündgen. Seit jeher möchte die Schule die MINT-Fächer, das steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, stärker in den Fokus rücken. Deshalb bietet das Cusanus seit Jahren die Robotik-AG an. Und die Schüler sind dafür Feuer und Flamme. „Man erkennt die Freude am spielerischen Umgang mit Technik. Nebenbei schafft das Arbeiten im Team andere zentrale Kompetenzen“, sagt André Hetze, der gemeinsam mit Kollege Markus Coenen die AG leitet.

Einmal in der Woche treffen sich die Schüler nach dem Unterricht, um zu programmieren und an den Robotern zu bauen. Drei Stunden lang. Jeder Schritt gilt als Vorbereitung für einen der beiden großen Wettbewerbe, an denen sie jährlich teilnehmen. Die Roboter werden nach speziellen Bausätzen die in das Rahmenkonzept der Wettbewerbe passen, eigens für diese gebaut. „Aber genauso gut könnten die Schüler ihre Roboter aber auch ohne Bausatz bauen, wenn das regelkonform wäre. Sie sind talentiert und begabt. Ohne den Wettbewerb sähen die Roboter sicherlich ganz anders aus“, sagt AG-Leiter Hetze.

Auch das Spielfeld, auf dem die Roboter später im Wettbewerb ihre Aufgaben lösen, wird der AG zu Beginn der Vorbereitung gestellt.

Erst jetzt werden die kleinen Maschinen durch die Programmierung zu intelligenten kleinen Maschinen. Die neun Schüler, neben acht Jungen ist auch ein Mädchen in der AG, bringen den Robotern unter anderem bei, wie sie sich drehen und bewegen können oder wie sie einen Hebel benutzen. Das Programmieren ist übrigens die schwierigste Aufgabe. „Wir wollen sie möglichst effektiv programmieren. Dann ist es später einfacher, die Roboter zusammenzubauen“, sagt der 14-jährige Turgay Cömlek.

Klein und wendig, so sagt seine AG-Kollegin Anna Dechow, müssten sie sein. Und dabei schneller als alle anderen. Denn im Wettbewerb siegt das Team, dessen Roboter am schnellsten und mit den wenigsten Fehlern den Parcours durchläuft. Wie die Roboter aus Filmen sehen diese allerdings nicht aus. Menschliches haben sie nichts an sich. Auf den ersten Blick sehen sie eher aus wie ein Auto ohne Karosserie: Reifen, einen Körper und jede Menge Kabel. Aber: es konnte was.

Platz sieben erreicht

Die einprogrammierten Aufgaben hat der Roboter mit Bravour gelöst und die Roborockets auf Platz sieben katapultiert. „Wir haben mit diesem Ergebnis unsere eigenen Erwartungen gesprengt“, sagt Teammitglied Christian Ruppel. Auf diesem Erfolg wollen sich die Schüler aber nicht ausruhen. Im nächsten Jahr wollen sie sich noch verbessern. Wenn dann auch noch das Betriebssystem auf den Laptops mitspielt, dann ist ihnen der Sieg sicherlich gewiss. Schon jetzt üben sie fleißig.

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