Schokoladennikoläuse säumen den Weg zur Kunst

Atelieretage Wegberg: Nikoläuse säumen den Weg zur Kunst

Auf den Stufen zum ehemaligen Karmeliterkloster in Wegberg standen Schokoladennikoläuse wie die Zinnsoldaten und begleiteten die Besucher hinauf zur Kunst. Die zehn Mitglieder der Atelieretage Wegberg hatten zur Jahresausstellung „Einblicke 2018“ eingeladen.

Mit Laternen war der Innenhof vor dem Kloster stimmungsvoll erleuchtet. Die Eingangstreppe säumten die Nikoläuse, und schon im Foyer trafen die Besucher auf die ersten Bilder. Beate Bündgen hatte im Treppenhaus ihre Stelen, die den Grundstock ihrer Kunstdrucke bilden, errichtet. Über die freie Wendeltreppe geleiteten weitere Nikoläuse die Gäste hinauf in die Atelieretage unter dem Dach, wo einst die Mönche ihre Zellen hatten.

Ihr Atelier sei schon etwas klein, meinte Ingrid Pusch. Gleich am Absatz der letzten Treppe öffnet sich die Tür zu ihrem Atelier. Farben schichten, abtragen, Farbfelder anlegen, Transparenz erzeugen sind Stichworte, die ihre Art, Kunst zu schaffen, beschreiben. Für die Jahresausstellung hatte Ingrid Pusch auch einige kleinformatige Arbeiten auf einer Wand ihres Ateliers arrangiert. Doch auch Bilder bis zu mehreren Metern Breite habe sie in ihrer Klosterzelle schon gemalt.

Karin van Zoggel malt schon seit über 20 Jahren mit Acryl. Aktuell arbeitet sie an dem Thema „Zusammenspiel — Metallic Nature“. Sie bringt Motive aus der Natur und den Werkstoff Aluminium auf erstaunliche Weise zusammen. Je nach Lichteinfall ergeben sich immer wieder neue Eindrücke.

Identität, soziale Gefüge, analytische Naturdarstellungen sind Themenfelder, die Eva-Stefanie Mosburger-Dalz in ihrer Malerei und Grafik umsetzt. Ihre schönen Grafiken ergänzt sie dabei mit poetischen Texten. Johannes Donner arbeitet in seinen Bildern mit Marmormehl und Sumpfkalk. Das Aufreißen des Materials beim Trocknen erzeugt den besonderen Reiz seiner Bilder, die manchmal an Erdformationen erinnern.

Ursula Kempf möchte in ihren Bildern die sichtbare und unsichtbare Welt wiedergeben. Sie beschäftigt sich mit Menschen in verschiedenen Lebensabläufen, mag aber auch die abstrakte Farbfeldmalerei. Ulrike Kotlowski arbeitet teilweise sehr expressiv. Große Farbkreise lässt sie verlaufen, setzt Blau, Schwarz und Rot auf eine weiße Leinwand, geht mit dem großflächigen Pinsel dazwischen und erzeugt mit feinen Linien Spannung.

Den Schwerpunkt der Arbeit von Petra Plum bildet die menschliche Figur. Sie möchte Bewegungen und Stimmungen festhalten. Ulrike Kotlowski reizt aber auch die Lebendigkeit von Tieren und Pflanzen. Auf einer Atelierwand stellte sie in einer schönen Serie verschiedene Tiere aus interessanten Perspektiven dar. Die Künstlerin Brigitte Uhrmacher zeigte für eine Klosterzelle schon recht großformatige Gemälde. Ihr gelingt es, das scheinbare Chaos in ihren Bildern zu bändigen. Wilde Farben und Formen treffen aufeinander, während die Künstlerin Regie führt.

Johann Wittmann hat sich der gegenständlichen Malerei verschrieben. Mit einigen seiner größeren Bilder musste er ins Treppenhaus ausweichen. Wittmann zeigt Menschen und Tiere stets in der Menge der Artgenossen. Ein Bild, das haften bleibt, stellt eine Endlosschleife von Rolltreppen dar, die mit zahllosen Personen besetzt ist.

Beate Bündgen beschäftigt sich schon sehr lange mit dem Holzdruck. Der Betrachter erkennt in den Farbflächen feine Linien und Maserungen, die ihren Ursprung in den Druckstöcken haben. Beate Bündgen erarbeitet sich ihr Thema, die Stellung der Frau zwischen Traum und Wirklichkeit, in jedem Bild stets wieder neu.

(defi)
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