Heinsberg: „Schmitzis“ wirbeln über die Bühnen der Region

Heinsberg: „Schmitzis“ wirbeln über die Bühnen der Region

Den Namen Schmitz tragen gleich fünf Narren, wenn der Heinsberger Karnevalsverein in diesen Tagen die Bühnen der Region erstürmt. Nicht etwa, weil der Name Schmitz in hiesigen Landen weit verbreitet wäre. Die „Schmitzis“, wie sie sich selbst nennen, sind vielmehr ein wahres Familienunternehmen in Sachen Karneval, als da wären Papa Christoph (43) und Mama Yvonne (40), Gardist und Marie in der Prinzengarde, Sohn Timo (13), Tänzer in der Juniorengarde, sowie die Zwillinge Dana und Luca (10), die als Solomariechen und Hoppeditz über die Bühne fegen.

Den Bazillus in die Familie hineingetragen hat Mama Yvonne, war sie doch schon Mitte der achtziger Jahre in der damaligen Damengarde des HKV mit Garde- und Showtanz aktiv. Dann kam die Familienpause. Aber angesteckt hatte sie ihre Kinder schon, denn im Alter von drei Jahren tanzten Dana und Luca bereits bei den HKV-Minis, Timo in der Jugendgarde. In der Session 2008/09 war er sogar Kinderprinz. Mutter Yvonne schloss sich dem Damenelferrat an. „Ich war zunächst eher als Zivilist dabei, habe alles gefilmt“, erzählt der Vater. Aber dann zog auch er die rote Elferratsjacke an.

Was folgte, war dann vor zwei Jahren eine schlaflose Nacht, nach der die Eltern in die Prinzengarde wechselten. „Wir hatten hier unseren Freundeskreis“, erzählt Yvonne. In der zweiten Session tanzen die Eltern jetzt schon als Gardist und Marie in der Garde mit. „Sogar mit den Hebefiguren klappt es schon. Und ich bin bei den Würfen dabei“, freut sich Christoph, denn nach einem Autounfall hat er für all das nur seine linke Hand zur Verfügung.

Die kleine „Rampensau“, wie sie Mutter Yvonne selbst nennt, ist aber Dana. Seit fünf Jahren fegt sie als Solomariechen des HKV über die Bühne. Selbst wenn ihr die Choreographie ihres Tanzes zu Beginn der Session schon mal davonläuft, tanzt sie ganz kreativ weiter. „Bei ihrem ersten Auftritt im November haben die Zuschauer gerade mal 18 Sekunden ihres eigentlichen Tanzes gesehen“, verrät die Mutter. Aber niemand hat‘s gemerkt. Dana tanzt und tanzt und tanzt…

Zwillingsbruder Luca, das jüngste Mitglied in der Heinsberger Hoppeditz-Gilde, genießt derweil sein Solo-Dasein als Hoppeditz. In Fußball und Tennis hat er sich schon versucht, aber er spielt doch lieber seine ganz eigene Rolle auf der Bühne. „Da kann er den Blödsinn ausleben, den er zu Hause nicht machen darf“, lacht Yvonne und zeigt auf die Konfetti-Pistole, die Luca in dieser Session bei jedem Auftritt bei sich hat.

Timos Vorliebe in der Juniorengarde sind seine Hebefiguren. Bisher ist er einer von nur zwei Jungs in der Gruppe. Riesig freuen würde er sich, wenn sich ihm noch ein paar Tänzer mehr anschließen würden. Sein großes Vorbild ist da die Prinzengarde, die auch in dieser Session mit eindrucksvollen Hebefiguren mitreißt.

Bei den Auftrittstouren des Vereins, die der HKV im Jahr seines 100-jährigen Bestehens mit dem Stadtprinzenpaar zuhauf hat, geht‘s bei den fünf „Schmitzis“ schon drei Stunden vor Abfahrt los. Erst mal ist Dana dran. Eine halbe Stunde dauert es alleine, bis die Perücke und der Hut richtig auf dem Kopf sitzen, befestigt mit rund 60 Nadeln, „mindestens!“, bemerkt Mutter Yvonne. Liebend gerne würde sie Dana eigene Zöpfe flechten, „aber meine Haare wachsen einfach nicht“, erzählt die Kleine.

Eineinhalb Stunden vor Abfahrt wechseln Yvonne und Dana dann bereits zum Treffpunkt der Prinzengarde, wo sich die Mutter noch den Frisuren der Tanzmaries widmet. Zudem engagiert sie sich als Betreuerin für die Jugend des HKV, ist in der Organisation von Nikolausfeier und Kindersitzung aktiv, darüber hinaus als Betreuerin der Juniorengarde. Und so ist dann bei den „Schmitzis“ am Aschermittwoch noch lange nicht Schluss, sondern Tag eins für die Session 2013/14.

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