Schiedsleute in Wegberg verabschiedet und eingeführt

Ehrenamt : Schiedsleuten in Wegberg gilt großer Dank

Es ist ein besonderes Ehrenamt, Schiedsmann oder Schiedsfrau zu sein. Streit schlichten und Frieden stiften sind keine leichten Aufgaben.

Die Verabschiedung von zwei Schiedsmännern und die Einführung ihrer Nachfolger nahm der Wegberger Bürgermeister Michael Stock zum Anlass, sich herzlich für die geleistete Arbeit und die Übernahme von Verantwortung in der Gesellschaft zu bedanken.

„Sich vertragen ist besser als klagen“, den alten Wahlspruch hatte der Bürgermeister an den Beginn seiner Ausführungen gestellt. Das konnte Dr. Stefan Meuters, Richter am Amtsgericht Erkelenz, nur bestätigen. Wenn ein Streit vor Gericht ausgetragen werde, gebe es zwar eine Entscheidung, Frieden sei in den meisten Fällen leider nicht hergestellt. „Im Gegenteil, das Gerichtsverfahren bietet Anlass für neuerliche Streitereien.“ Umso wertvoller sei der „wichtige und verantwortungsvolle“ Arbeit der Schiedsleute, die sich um gütliche Einigung bemühten. Er überbrachte den „Dank der Justiz“ und die Verabschiedungsurkunden für die ausscheidenden Schiedsmänner Kurt Spitler (Bezirk Wegberg I) und Gerd Willi Kruschwitz (Bezirk Wegberg II).

15 Jahre lang bemühte sich Kurt Spitler als Schiedsmann um einvernehmliche Lösungen. „Wir Schiedsleute machen ja nur Vorschläge“, sagt er, einigen müssten sich die zerstrittenen Parteien schon selber. Aber es gab eben auch Parteien, die wollten sich einfach nicht einigen. Er sei ein guter Zuhörer, sagt er, und in den meisten Fällen habe er helfen können. „Die Wegberger sind friedfertige Menschen.“ Jetzt ist er 70 Jahre alt und es sei an der Zeit, das Amt in jüngere Hände zu legen.

Gerd Willi Kruschwitz war seit 1993 im Amt, hat fünf Amtszeiten hinter sich. 25 Jahre, da ist so mancher Streit bei ihm gelandet. Oft hat er helfen können, manchmal nicht. Das ist normal bei Schiedsleuten, auch wenn er sich wünschen würde, immer zu einer friedlichen Einigung zu kommen. Es hat ihm Spaß gemacht, sein Ehrenamt. Warum sonst wohl hätte er vor fünf Jahren, als er – das ist der Normalfall – im Alter von 71 Jahren hätte ausscheiden können, den Wunsch geäußert, noch einmal fünf Jahre dranzuhängen. Jetzt ist er 76 und jetzt ist es genug.

Das Amt des Schiedsmanns im Bezirk Wegberg I übernimmt Uwe Schmehlich. Für den Bezirk Wegberg II wird künftig Sascha Basalla als Schiedsmann tätig sein. Beide Bewerber wurden vom Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Wegberg im Juni einstimmig gewählt und vom Amtsgericht Erkelenz bestätigt. Keine Neuwahl war für den Bezirk Wegberg III erforderlich. Hier ist seit 2007 Stefanie Botz Schiedsfrau.

Mehr von Aachener Nachrichten