Schacht 3: "Gläserner Schacht" beim Helferabend verliehen

Schacht 3 : „Helfer leisten unglaublich viel“

Schicht im Schacht. Treffender könnte man das Ende des Jahres nicht beschreiben, wenn dieser Tage mit der Zeche Prosper Haniel und Anthrazit Ibbenbüren die letzten ihrer Art in Deutschland geschlossen werden. Wirtschaftlich notwendig, aber dennoch tragisch zugleich. Der Beruf des Bergmanns ernährte einst zehntausende Familien und war ein Motor des berühmten deutschen Wirtschaftswunders.

Kumpel zu sein, das war nicht nur ein Job. Das war eine Lebenseinstellung. Da musste sich einer auf den anderen vollends verlassen können. Auch in Hückelhoven.

Das Schicksal der letzten beiden Ruhrgebietszechen haben die Zechen bei uns in der Region schon hinter sich. Trotzdem verbindet viele Kumpel immer noch eine ganz besondere Freundschaft, und oft haben sie sich in Fördervereinen zusammengeschlossen. So auch in Hückelhoven die ehemaligen Kumpel der Zeche Sophia-Jacoba. Der Förderverein Schacht 3 Hückelhoven zählt mehr als tausend Mitglieder und engagiert und kümmert sich liebevoll um ihre alte Zeche und den Schacht mit der Nummer drei. Bei allen großen Veranstaltungen rund um den alten Förderturm sind die Mitglieder mit dabei. Hunderte, wenn nicht sogar tausende Arbeitsstunden leisten sie jährlich ehrenamtlich.

Genau deshalb findet einmal im Jahr der traditionelle Helferabend im alten Barbarastollen statt. Neben allerlei Köstlichkeiten und kühlen Getränken durfte diesmal auch der Auftritt des hauseigenen Chors nicht fehlen. Für den Vereinsvorsitzenden Detlef Stab war dieser Abend wie immer eine Ehre und eine Selbstverständlichkeit. „Damit möchten wir einfach mal danke sagen, an alle Helfer, die hier so unglaublich viel leisten“, sagte Stab. Nach der Schließung der Zeche hätten sich die Menschen hier auf ihre Stärken besonnen. „Und die sind Anpacken, etwas Neues schaffen und nicht auf dem Erreichten ausruhen“, erklärte der Vorsitzende. So sei die ehemalige Zeche heute zu einem Denkmal geworden, das zeige, wie die bergmännische Tradition einmal ausgesehen hat und was Sophia-Jacoba auch heute noch für die Region bedeutet. Und nicht zuletzt sei der Schacht 3 mit seinem Förderturm auch architektonisch sehr ansprechend.

An diese bergmännische Baukunst knüpfte Ehrengast Horst Heinrich an, seinerseits Geschäftsführer der Stiftung Industrie, Denkmalpflege und Geschichtskultur. Und er hatte sehr wohltuende Nachrichten im Gepäck. „Ich darf euch mitteilen…“, begann er hoffnungsvoll, „…dass nach einem langen Ausschreibungsverfahren jetzt alles in trockenen Tüchern ist. Die Außenfassade ist schon komplett eingerüstet und das Gebäude von Schacht 3 kann jetzt saniert werden“, fuhr er fort und erntete von den Mitgliedern großen Applaus, die auf diese Nachricht schon lange Zeit gewartet hatten. Bis 2020 sollen die Arbeiten mit einem Umfang von drei Millionen Euro abgeschlossen sein. Und nicht nur das. „Auch ein neues Gebäude für den Verein und sanitäre Anlagen sind in Planung, da fehlt nur noch die Förderzusage vom Land“, fügte Heinrich hinzu. „So hoffe ich, dass wir in zwei, drei Jahren hier was richtig Schönes stehen haben“, schloss Horst Heinrich seine Rede. Und er blickte in strahlende Gesichter.

Ein Gesicht strahlte an diesem Abend ganz besonders. Das von Eva Maria Frenken. Seit nunmehr zehn Jahren ist sie im Förderverein tätig. Für ihre Leistungen zeichnete sie Detlef Stab mit dem „Gläsernen Schacht 2018“ aus. Der Preis selbst wird seit elf Jahren an wohlverdiente Mitglieder verliehen, von denen Eva Maria Frenken mit Sicherheit eines ist. „Eva, du hast großen Anteil an dem Ganzen hier und hast nie vergessen, was Sophia-Jacoba bedeutet. Vielen Dank für dein Engagement“, zollte ihr Stab höchsten Respekt.