Sanierung nötig bei Dach und Planschbecken

Bürgerbad Kirchhoven : Sanierung nötig bei Dach und Planschbecken

Nach drei Jahren Probebetrieb ist es geschafft: Das Freibad Kirchhoven ist jetzt ein echtes Bürgerbad. Grundlage dafür ist ein neuer Vertrag zwischen der Stadtwerke Heinsberg GmbH und der Bürgerbad Kirchhoven gGmbH.

Der Vertrag, der zu Jahresbeginn geschlossen wurde, hat eine Laufzeit von zunächst zehn Jahren mit der Option einer Verlängerung um jeweils fünf weitere Jahre.

„Im Vorfeld hat es im Rathaus einen runden Tisch mit den Fraktionen aller politischen Parteien gegeben, bei dem alles auf den Tisch kam und auf dem diese Lösung gemeinsam erarbeitet wurde“, erzählt Jürgen Hohnen, der in den vergangenen Jahren die Geschicke des Fördervereins Freibad Kirchhoven geleitet hat. Der Verein, der zurzeit rund 880 Mitglieder zählt, ist Gesellschafter der gGmbH.

Große Löcher hat der Boden des Planschbeckens, das dringend einer umfangreichen Sanierung bedarf, wie Willi Houben verdeutlicht. Dafür hat der Förderverein auf der Internetseite eine Spendenaktion gestartet. Foto: Anna Petra Thomas

Weitere Eckdaten der neuen Vereinbarung sind, dass die Stadtwerke das Bürgerbad mit 75.000 Euro pro Jahr unterstützen und zudem 15.000 Kubikmeter Wasser zur Verfügung stellen werden. Anders als während der Probezeit werden künftig jedoch keine Fachkräfte der Stadtwerke mehr als Badeaufsicht im Freibad tätig sein. Dies war bisher im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung geregelt.

Der neue Vorsitzende des Fördervereins, Johannes Geiser (links), und sein Stellvertreter Jürgen Hohnen blicken optimisch in die Zukunft. Foto: Anna Petra Thomas

Die Badeaufsicht soll künftig mit einem Team von Rettungsschwimmern sichergestellt werden, wobei vor allem für die Einsatzzeiten tagsüber noch Kräfte gesucht werden. Zum Grund für diese Änderung wollte sich Hohnen nicht weiter äußern. Die Fachkräfte der Stadtwerke würden im Sommer, wenn das Hallenbad geschlossen sei, in anderen Bereichen der Stadtwerke GmbH eingesetzt, erklärte deren Geschäftsführer, der Erste Beigeordnete Jakob Gerards. „Da gibt es Aufgaben genug“, betonte er.

In der jüngsten Mitgliederversammlung des Fördervereins hat Hohnen jetzt neue Unterstützung an seiner Seite erhalten. So fand sich mit Ortsvorsteher Johannes Geiser, bisher Beisitzer im Vorstand des Vereins, ein neuer Vorsitzender auf diesem bisher vakanten Posten. Und auch der Schriftführer ist mit Wolfgang Paulus, ehemaliger Leiter des Sozial- und Ordnungsamtes der Stadt Heinsberg, ein durchaus bekanntes Gesicht. Kassierer ist der Steuerberater Martin Bischof. Hinzu kommen neun Beisitzer, die jeweils unterschiedliche Arbeitsbereiche des Vereins koordinieren, sich etwa um Gartenarbeiten, Reinigungs- oder Kassendienst kümmern. Geschäftsführer der gGmbH ist weiterhin Roland Schößler.

Nach seiner bisher besten Saison mit mehr als 55.000 Badegästen schauen die Verantwortlichen des Bürgerbads optimistisch in die Zukunft. So hoffen sie etwa auch auf Gäste aus der Gemeinde Waldfeucht, wenn dort künftig das Hallenbad im Sommer geschlossen ist. Auch die Triathleten, die dort trainiert haben, werden in den Sommermonaten in Kirchhoven aktiv. „Und auch der Zuspruch aus den Niederlanden ist groß“, so Geiser.

Sorgen bereiten Verein und gGmbH derzeit nur das Dach der Sanitärräume, das dringend saniert werden müsste, und das Kinderplanschbecken. Hier sei der Boden in den vergangenen Jahren eher notdürftig repariert worden, erklärt Hohnen. Jetzt bedürfe er jedoch einer Grundsanierung, die nur von einer Spezialfirma durchgeführt werden könne. Die Kosten dafür belaufen sich den vorliegenden Angeboten zufolge auf rund 35.000 Euro. Um diese zu stemmen, hat der Förderverein einen Spendenaufruf auf seiner Internetseite gestartet.

Natürlich habe der Verein durch die gute vergangene Freibadsaison erstmals eine kleine Rücklage erwirtschaftet, räumt Geiser ein. Doch die will er jetzt nicht gleich wieder ausgeben, um auch für Unvorhergesehenes gewappnet zu sein. „Dennoch müssen wir einfach für junge Familien mit Kleinkindern etwas tun“, erklärt er. Und so sieht er in der Sanierung des Planschbeckens eine enorme Steigerung der Attraktivität.

Gleiches gilt auch für den sogenannten Kiosk, der im vergangenen Jahr erstmals probeweise für ein Jahr verpachtet worden war. Für die neue Saison wurde ein neuer Pächter gefunden, „der noch mehr Auswahl und noch mehr Frische bietet“, sagt Hohnen. „Das macht das Bad insgesamt noch attraktiver“, betont er und meint damit auch die Besucher, die gar nicht zum Schwimmen kommen, sondern einfach nur, um ohne zusätzlichen Eintritt die Gesellschaft mit anderen Menschen auf der großen Terrasse zu genießen.

Unverändert stabil bleiben dagegen sowohl die Öffnungszeiten als auch die Eintrittspreise, versprechen die Verantwortlichen im Verein. Verstärkt nachgefragt würden inzwischen auch die sogenannten Firmenkarten, die nicht personalisiert sind und die Unternehmer, die das Freibad finanziell unterstützen, an ihre Mitarbeiter weitergeben können. Es werde wieder einen Familientag geben und auch eine Warmbadenacht, die künftig allerdings erst am letzten Wochenende der Freibadsaison stattfinden soll, so Geiser.

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