Ronnie Goertz will nicht mehr für den KSB Vorsitz kandidieren

Interview : Ronnie Goertz will nicht mehr für den KSB Vorsitz kandidieren

Nach 21 Jahren im Vorstand des Kreissportbundes und 12 Jahren als Vorsitzender des KSB, hat sich Ronnie Goertz in der vergangenen Woche mit einem persönlichen Schreiben an die Vereine im Kreis gewendet und mitgeteilt, dass er den Job des Vorsitzenden an den Nagel hängen will und kein weiteres Mal für den Vorsitz des KSB kandidieren wird.

Im Gespräch mit Nicola Gottfroh erklärte Ronnie Goertz seine Beweggründe für diesen Schritt und beantwortet die Frage, ob es ihn wieder in die Politik zieht.

Herr Goertz, dass Sie nicht mehr kandidieren möchten, dürfte so manchem Vereinsvertreter wie ein Déjà-vu vorkommen. Bereits im Dezember 2015 hatte Sie diesen Schritt angekündigt – und einige Monate später die Rolle rückwärts vollzogen. Könnte es diesmal wieder so kommen?

Goertz: Nein, mein Entschluss steht fest. Ich habe mich entschieden, den Weg frei zu machen für einen neuen Vorsitzenden, der noch heißer für die Aufgabe im Kreissportbund brennt als ich es inzwischen tue.

So ähnlich klangen Sie im Dezember 2015 auch schon - und nun sitzen Sie doch hier…..

Goertz: Das stimmt. Damals hatte ich weitergemacht, weil ich bei meinen Überlegungen festgestellt hatte, dass da doch noch Funken springen, dass ich noch Ideen für den KSB und den Sport im Kreis Heinsberg hatte, dass ich noch etwas umsetzen und erreichen könnte. Das Gefühl hat in der vergangenen Amtszeit dann doch etwas nachgelassen.

Sie sagen, das Feuer brennt nicht mehr – oder sind Sie als Vorsitzender ausgebrannt?

Goertz: Klar ist: Der Vorsitz im Kreissportbund ist ein Ehrenamt – und so wie ich es über viele Jahre betrieben habe, auch ein sehr zeitintensives Ehrenamt. Ich bin 42 Jahre alt, habe eine Familie mit drei Kindern und bin neben meiner Berufstätigkeit auch noch freiberuflich als Trainer und Berater unterwegs. Leider steht die Zeit dabei nur begrenzt zur Verfügung. Und ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich meine begrenzte Zeit derzeit lieber an anderen Stellen einsetze, und für Dinge, für die ich in dieser Phase meines Lebens mehr brenne. Ja, dabei ist auch mein innerer Antrieb ein wenig verloren gegangen. Und es wäre dem KSB gegenüber nicht fair, den Vorsitz nur halbherzig auszuführen, nur zu verwalten, statt zu gestalten und etwas zu bewirken. Für mich ist es nach über 20 Jahren im KSB und 12 Jahren als Vorsitzender an der Zeit, mich anderen Herausforderungen in anderen Bereichen des Lebens zu stellen. Und ganz offen gesagt, möchte ich mir zukünftig auch gerne ein Fußballspiel mehr von meinem Sohn ansehen als Sportveranstaltungen anderer Vereine zu besuchen.

Nach Ihrem Schreiben vermuteten viele, dass es Sie wieder in die Politik zieht.

Goertz: (lacht) Das Thema ist für mich definitiv abgehakt. Aber ich habe in den vergangenen drei Jahren auch gemerkt: Die Zeit der Bürgermeisterkandidatur (2015 war Goertz in Geilenkirchen als Kandidat gegen Georg Schmitz angetreten) hängt nach. Das war damals eine unglaublich intensive und erfahrungsreiche Zeit. Sie hat einige Überlegungen in mir ausgelöst. Und seitdem begleitet mich das Gefühl, dass ich noch einmal neue Impulse in meinem beruflichen Wirken setzen möchte. Ich habe viele Interessen und werde nun in Ruhe ausloten und schauen, wohin es führt.

Verraten Sie, wer in Ihre Fußstapfen treten wird? Zeichnen sich bereits personelle Weichenstellungen ab?

Goertz: Es hat erste Gespräche gegeben mit Personen, die sich für die Vorstandsarbeit interessieren – allerdings noch nicht explizit für den Vorsitz. Dieses Ehrenamt schreit nach jemandem, der beruflich nicht stark eingespannt und womöglich schon im beruflichen Ruhestand ist. Im Kreissportbundbund sind sieben hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt und zwei FSJler. Ihnen allen fehlte in den vergangenen Jahren der Ansprechpartner während der Arbeit- und Geschäftszeiten – denn während dieser Zeit bin ich selbst beruflich eingespannt.

Bleiben Sie dem KSB-Vorstand denn in anderer Funktion erhalten?

Goertz: Nein. Ich bin überzeugt, dass das dem KSB und dem neuen Vorsitzenden nur schaden würde. Denn egal in welcher Rolle ich mich engagieren würde – es würde sich weiterhin auf mich fokussieren, für viele bliebe ich der Hauptansprechpartner, das Gesicht des KSB. Ich möchte dem neuen Vorsitzenden die Gelegenheit geben, selbst zu gestalten und seine Ideen verwirklichen zu können. Aber ich biete dem neuen Vorstand gerne meine Unterstützung bei der Einarbeitung an – ohne mich aufzudrängen. Interessenten können mich gerne unter ronnie.goertz@ksb-heinsberg.de kontaktieren und mich alles fragen, was sie interessiert.

Welche Aufgaben muss Ihr Nachfolger angehen?

Goertz: Ohne Zweifel, man braucht eine Wahlperiode, bis man sich wirklich in das Amt eingefunden hat, bis man weiß, wie alles funktioniert - doch dann hat man die Möglichkeit, eigene Impulse zu setzen und den Sport im Kreis Heinsberg voranzubringen. Doch brennende Probleme, die dringend angegangen werden müssten, sehe ich im KSB derzeit nicht. Und der Vorstand kann dabei ja auf zahlreiche hauptamtliche Unterstützung zurückgreifen. Ich kann wirklich voller Überzeugung sagen, dass die Arbeit im Kreissportbund eine tolle und vielseitige Tätigkeit mit vielen interessanten Themen ist.

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