„Sommermusik Schacht 3“: Roland Kaiser mit Einstecktuch und Rock-Gitarristen

„Sommermusik Schacht 3“ : Roland Kaiser mit Einstecktuch und Rock-Gitarristen

„Hallöle“, so lautete der Gruß des Baden-Württembergers Gregor Meyle an sein Publikum, als er zum Auftakt des Open-Air-Festivals „Sommermusik Schacht 3“ die Bühne im Schatten des eingerüsteten Förderturms im Zentrum von Hückelhoven betrat.

Gut 1000 Meyle-Fans oder solche, die es werden wollten, besuchten das Konzert, mit dem die dreitägige Sommermusik startete.

Roland Kaiser und Angelo Kelly sorgten an den beiden Folgetagen für ein abwechslungsreiches Konzertangebot, dass jedem Festivalbegeisterten Anreiz bot, auf dem ehemaligen Zechengelände einen schönen Abend mit ausgezeichneten Sängern und Musikern zu verbringen. Die Möglichkeit, Live-Musik von großen Künstlern persönlich und mal nicht von einer Coverband dargeboten zu bekommen, wollten sich auch die Kaiser-Fans nicht entgehen lassen.  3500 Besucher machten dem Altmeister des deutschen Schlagers denn auch ihre Aufwartung.

Die Eintrittskartenpreise waren vielleicht nicht für alle Interessenten erschwinglich, und so genossen am Samstagabend die Kaiser-Fans, die ihre Euros sparen wollten, den Grandseigneur des deutschen Schlagers auch in großer Zahl von jenseits der Einzäunung des Festivalgeländes. Laut genug war die Musik ja, und wer sein Handy aufs Selfiestativ schraubte, konnte sogar einen Schnappschuss auf die Bühne erhaschen.

Gregor Meyle überzeugt das Publikum auch mit seiner Bodenständigkeit. Foto: Dettmar Fischer

Ganz vorne an der Bühne tummeln sich beim Konzert die eingefleischten Fans. Das war bei Gregor Meyle nicht anders als bei Roland Kaiser. Meyle ist dem deutschen TV-Publikum aus der Show „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ und seiner eigenen Musikshow „Meylensteine“ bestens bekannt. Er ist ein Liedermacher in der Tradition der Singer-Songwriter, die in Bob Dylan ihren Kaiser fanden und in der Gegenwart diesseits und jenseits des großen Teiches wieder stärker zum Zuge kommen.

Gregor Meyle kann mit Songs wie „Keine ist wie du“ und „Niemand“ schon einige Klassiker in seiner Karriere aufweisen. Auf seinem eigenen Label ist ganz frisch zu seiner Sommertour „absolut live“ herausgekommen. Eine neun Frau und Mann starke, ausgezeichnete Band, die auch das Vorprogramm bestritt, begleitet Gregor Meyle auf seiner diesjährigen Sommertour.

Hört man ein paar Songs von Meyle, meint man, ihn schon lange zu kennen, wie den Typen aus der übernächsten Straße, der beim Kaufladen seine Songs für ein paar Cent in den Hut spielt. Diese Nähe zum Alltag der Menschen zeichnet die Lieder von Gregor Meyle aus. Auch wenn ihn das Fernsehen berühmt und beliebt gemacht hat, scheint der Mann, der sein Publikum mit „Hallöle“ begrüßt, auf dem Teppich zu bleiben, und Lieder zu schreiben, die sein Leben und das seiner Zuhörer angehen, mal melodisch, mal rockig.

Starke Auftritte im Schatten des Förderturms. Das Publikum freut es. Foto: Dettmar Fischer

Roland Kaiser hat schon Songs geschrieben und performt, als Bob Dylan und deutscher Schlager noch so gut miteinander auskamen wie Hund und Katz. Da hat sich einiges geändert. Zwar ist Roland Kaiser seinem Stil über eine ganze Generation hinweg treu geblieben, die Bewegungen auf der Bühne sind vielleicht etwas langsamer geworden und das Fotografieren aus der ersten Reihe sieht er auch nicht so gerne, doch die Marke Kaiser steht nach wie vor bei den Fans hoch im Kurs.

Seine Tourband ist hochkarätig besetzt auch mit Musikern, die durchaus in einer Rockband ihre Brötchen verdienen könnten und dies sicher auch nach der Sommertour wieder tun. Die Mischung aus feinem Anzug mit goldenem Einstecktuch und einem abrockenden Gitarristen lässt die alten Hits wie „Santa Maria“ im neuen Kleid daher kommen. Die Hückelhovener Darbietung der Kaisermania war auf jeden Fall ein tolles Erlebnis für die Fans diesseits und jenseits der Absperrung.

Angelo Kelly & Family sollten das Publikum zum Abschluss des dreitägigen Open-Air-Festivals „Sommermusik Schacht 3“ mit auf eine musikalische Irlandreise nehmen.

Mehr von Aachener Nachrichten