Robert Gallagher spielt beim Euregio-Orgelfestival in St. Gangolf

Robert Gallagher : Virtuos die Orgel im Selfkantdom bedient

Man kennt und schätzt ihn in den USA und in Europa: Robert Gallagher, Organist, Cembalist und Dirigent. Die Propsteigemeinde St. Gangolf und die Kulturgemeinde Heinsberg boten im Rahmen des Euregio-Orgelfestivals Limburg dem Orgelsolisten und Kirchenmusiker aus Richmond (Virginia) die Möglichkeit, die Klangvielfalt der Heinsberger Seifert-Orgel bei einem bemerkenswerten Konzert im Selfkantdom zu demonstrieren.

Pfarrer René Mertens begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste zum sommerlichen Euregio-Orgelkonzert. Das Programm begann Robert Gallagher mit einem in mehrfacher Hinsicht originellen und modernen Werk der amerikanischen Komponistin Dorothy Papadakos (*1960). Es folgten mit „Christe-Trio en Passacaille“ von Andre Raison (1640-1750) und Johann Sebastian Bachs (1685-1750) „Passacaglia“ gleich zwei Orgelwerke von recht gelassener Grundstimmung, in denen der virtuos agierende Solist durch die geschickte Wahl der Registrierung eine klare Transparenz des Satzaufbaues erkennen ließ.

Die Suiten Nr. 1 , Nr. 5 und Nr. 6 in kanonischer Form Opus 56 von Robert Schumann (1810-1856) meisterte Gallagher mit Bravour. Mit einem prächtigen Klang von Zungenstimmen brachte er dann eine im Jahre 1963 von dem schweizer Komponisten Guy Bovet (*1942) geschriebene Toccata zu Gehör. Aus der technisch sehr anspruchsvollen „Suite Francaise“ von Jean Langlais (1907-1991) bediente der Solist in den Sätzen „Nazard“ und „Arabesque sur les Flutes“ scheinbar spielerisch die zunächst einstimmig vorgestellte Melodie im Flötenregister, um sie dann als cantus firmus in kunstvoller Manier mal in der oberen von zwei Pedalstimmen, mal im Tenor und schließlich dann im Bass zu präsentieren.

Als Juwele moderner, farbig durchsichtig filigraner Orgelmusik erklangen mehrere Sätze von Mary Beth Bennetts (*1954) Orgel-Improvisations-Komposition „Veni creator“. Der Komponist Charles-Marie Widor (1844-1937) gehörte zu den einflussreichsten französischen Musikern seiner Zeit. Aus seiner „Symphonie No 2“ erklangen zum Abschluss des sommerlichen Euregio-Orgelkonzertes in St. Gangolf die Sätze VI. Adagio: Andante und VII. Finale: Allegro.

Da das begeisterte Heinsberger Publikum den Orgel-Solisten Robert Gallagher ohne Zugabe nicht gehen lassen wollte, stimmte er noch eine Improvisation über den Choral „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ an. Ein fantastischer Schluss eines außergewöhnlich modern-virtuosen Orgelkonzertes mit großer Klangvielfalt.

Robert Gallagher konzertiert regelmäßig als Organist, Cembalist, Dirigent und Begleiter in den USA und Europa. Er unterrichtete in der Abteilung für Orgel und Liturgische Musik der Catholic University of America. Während seines Studiums an der Manhattan School of Music und an der Juilliard School war Robert Gallagher vier Jahre einer der Organisten der St. Pauls Chapel Columbia University. Nach Beendigung seines Studiums an der Julliard School hatte er dort für zwei Jahre einen Lehrauftrag in der Musiktheorie-Abteilung. Seit 2011 ist er Direktor und Kirchenmusiker der River Road Church, Baptist in Richmond, Virginia.

Mehr von Aachener Nachrichten