Erkelenz: Radierungen zeigen alles vom Abstrakten bis zur Tierdarstellung

Erkelenz : Radierungen zeigen alles vom Abstrakten bis zur Tierdarstellung

„Wie gedruckt“. Das war der Titel der Ausstellung von Künstlerin Jannika Frangen, die am vergangenen Freitag in Erkelenz eröffnet wurde. Gebürtig stammt Frangen aus Bad Friedrichshall in der Nähe von Heilbronn, sie studierte nach ihrem Abitur an der Freien Kunstschule Stuttgart, bevor sie nach nur einem Jahr an der Kunstakademie Düsseldorf aufgenommen wurde.

Astrid Wolters, stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Erkelenz, und Christoph Stolzenberger, Kulturmanager und Leiter der Kultur GmbH Erkelenz, begrüßten die Künstlerin und alle interessierten Besucher zur Vernissage der Kunstausstellung.

Wolters freute sich, dass es nun wieder früher dunkel wird, da dann die Ausstellungen beginnen würden. Das Erkelenzer „Schmuckstück“, das altehrwürdige Haus Spiess, direkt am Franziskanerplatz gelegen, sei der perfekte Ort für solch eine Bilderschau.

„Besonders schön ist es aus unserer Sicht, dass Jannika Frangen als Studentin einer der bekanntesten Kunstschulen unseres Landes nun hier in Erkelenz ausstellt“, fügte Stolzenberger hinzu. Auf der jährlichen Werkschau an der Kunstakademie habe ihn die künstlerische Qualität sofort überzeugt.

Frangen bedient sich einem sehr alten Tiefdruckverfahren, der sogenannten Radierung. Bei dieser Technik wird eine Kupfer- oder Zinkplatte mit einer stählernen Radiernadel oder auch mit Säure so bearbeitet, dass die gewünschten Muster entstehen. Die entstandenen Vertiefungen können dann die Druckfarbe sehr gut aufnehmen. Durch Aufpressen auf angefeuchtetes Papier wird das Werk schließlich abgedruckt. Während ihrer Zeit in Stuttgart kam Frangen das erste Mal mit dieser Technik in Kontakt. „Ich bringe alles auf Papier, was ich schön und ansprechend finde“, sagte sie.

Ihre Werke reichen von abstrakten Grafiken, über Gartenkulissen bis hin zu Tierdarstellungen. Für Stolzenberger ist es wichtig, dass gerade junge Künstlerinnen die Chance bekommen, ihre Werke auszustellen. „Bedenken Sie, wie viele junge Künstlerinnen es gibt und wie viele von ihnen bekannt sind und davon leben können“, merkte er an. Es existiere ein Ungleichgewicht, die weibliche Seite der Kunst müsse stärker in den Vordergrund gerückt werden. Unter allen Werken von Jannika Frangen, sei eines ganz besonders.

„Besonders deshalb, weil dieses Werk von Haus Spiess inspiriert wurde“, erklärte Stolzenberger. Die Künstlerin sagt dazu: „Als ich erstmals Anfang Februar im Haus Spiess zu Gast war, hat mich sofort das Fenster am Eingang mit Blick in den Garten fasziniert. Diesen Ausblick musste ich einfach in eines meiner Bilder einfließen lassen.“

Mehr von Aachener Nachrichten