Querschnitt: Ausstellung mit 14 Künstlern im Wassenberger Bergfried

Künstler-Forum : Ein Querschnitt des eigenen Schaffens

14 Künstlerinnen und Künstler des Künstler–Forums Schloss Zweibrüggen teilen sich derzeit die Ausstellungsräume auf drei Etagen des Bergfrieds in Wassenberg.

Im einzigartigen Ambiente des Wassenberger Bergfrieds, auf den die Stadt sehr stolz sei, werde den Besuchern eine Ausstellung der Extra-Klasse präsentiert, stellte der stellvertretende Bürgermeister Frank Winkens bei der Vernissage fest. „Querschnitt“ lautet der Titel der Gruppenausstellung, die künstlerisches Schaffen mit sehr unterschiedlichen Arbeits- und Denkweisen zeigt.

Dank der drei recht großen Ausstellungsräume kommt trotz der Vielzahl der ausstellenden Künstler keine Enge auf. Jeder Künstler hat die Möglichkeit, zumindest einen kurzen „Querschnitt“ seiner Kunst zu zeigen. Es bleibt sogar noch Raum, um teils lebensgroße Skulpturen zu inszenieren. Diese hat Wiltrud Laser-Mauder geschaffen. Diese Arbeiten im Raum bilden einen schönen Kontrast zu den Bildern auf den Ziegelwänden.

Laser-Mauder hat sich in ihren Skulpturen mit dem Menschenabbild auseinandergesetzt, teils in voller Körpergröße oder auch als Portrait.

Lebensgroße Skulpturen von Wiltrud Laser-Mauder sind im Rahmen der Ausstellung „Querschnitt“ des Künstler-Forums Schloss Zweibrüggen im Wassenberger Bergfried zu sehen. Foto: Dettmar Fischer

Joachim Jung, Künstler aus Herzogenrath, hatte die Aufgabe übernommen, dem Vernissagepublikum die 14 Künstler vorzustellen und zwar aus seinem ganz persönlichen Blickwinkel heraus. Laura-Helene Förster zeigt ein kreisrundes Bild, den Erdball mit einer winzigen, weißen Bank, die nicht gemalt, sondern als Modell aufgeklebt wurde. Jung: „Eine schöne Idee mit einer wohl apokalyptischen Blickrichtung.“ Brigitte Schneiders Bilder würden sich zwischen Traum und Wirklichkeit bewegen, so Jung. „Surreale Spielräume und Begrifflichkeiten bestimmen ihre malerischen Intentionen.“ Die Bilder Karin Thiels seien keine Bilder für unruhige Geister. Scheinbare endlose Linien, Verkabelungen und Flächen seien in sich verwoben und führten in angenehmen, geschmeidigen Farben in die Tiefe. Katalin Islik reduziere in ihren Bildern die Gegenständlichkeit. Nur andeutungsweise seien Figur und Gegenstand erkennbar. Landschaften würden in zarten, fast zärtlichen Farben aufgelöst.

In den Bildern von Rita Gehlen-Marx entdeckte Joachim Jung zum einen streng durchdachte, farblich betonte Kompositionen, zum anderen eine anmutige Stille, wie Licht, das sich im Nebel auflöse. „Bei Marlen Krings tauche ich ein in maritim-galaktische Sphären.“ Tiefe und Leichtkraft entstehe in ihren Bildern durch das Auftragen sämtlicher Farbtöne von ganz hell bis gang dunkel. Zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion würden sich die Bilder von Erika Giegla bewegen. „Sie komponiert fest umrissene, fest gefügte Formen variantenreich zu unterschiedlichen Inhalten.“

Wohlgeformte Abstraktionen, harmonisch ineinandergreifend, zeigten sich in den Bildern von Peter Hyden. Joachim Jung: „Sein Triptychon beweist Zusammenhang und Kontinuität.“ Weite Unendlichkeit, sich auflösende Horizonte; daneben zügig gesetzte, rhythmisch ausbalancierte Formen und Farben kennzeichneten die Bilder von Christine Giesen. In der Stille ihrer Bilder wandere der Blick in die Ferne. Olga Stens Bilder erschienen, wie aus einem inneren Impuls heraus gemalt. „Schnelle, ausdrucksvolle Formen und Linien bestimmen die Bilder.“ Inhaltlich artikulierten sich die Bilder von Olga Stens nicht eindeutig, ließen den Weg, der durch die Bilder führe, offen. Die Bilder von Katia Inkiova Kersten drückten sich aus in der gefälligen Mischung aus Intuition, spontaner Eingebung und Kontrolle im vorausgehenden Malprozess.

Abstrakte Formen und Figürlichkeit fänden in abgestimmter Farbigkeit zur Harmonie. Anregende, sensitive Botschaften würden bei der Betrachtung der Bilder von Achim de la Haye entstehen. „Mögliche Landschaften, mal fließend und in Bewegung bleibend, mal monochrom flächig, teilweise linear streng voneinander getrennt.“ „Herbert Aretz, der Architekt. So konstruiert er auch seine Aquarelle.“ Doch beim Aquarellieren würden sich Enge und Starrheit seiner Konstruktionen wohlgefällig auflösen. Er habe den Mut, das Wesentliche vom Unwesentlichen analytisch zu trennen. „Seine Bilder wirken transparent, großzügig und leicht.“

Die Ausstellung im Wassenberger Bergfried kann bis zum 14. Juli kostenlos besichtigt werden und zwar sonntags von 11 bis 17 Uhr.

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