PS-Sparen im Kreis Heinsberg: Jan Josef Liefers mit dabei

PS-Auslosung : „Sparen, Spenden, öffentliches Glücksspiel“

„Was die Berlinale für München, das ist die PS-Auslosung für den Kreis Heinsberg.“ Es war wieder einmal einer seiner ganz eigenwilligen und überaus amüsanten Vergleiche, mit dem Christian Macharski als Hastensraths Will in seiner charmanten Art die öffentliche PS-Auslosung der Kreissparkasse vor großem Publikum in der Hückelhovener Aula eröffnete.

Mehr 20 Meter Kabel habe man eigens in der Halle verlegt, sogar mehr als zwei Dreifach-Steckdosen benötigt, erklärte er und kündigte damit gleich die „Musikkapelle“ des Abends an: Radio Doria mit Frontmann Jan Josef Liefers, vielen Gästen besser bekannt als Professor Karl Friedrich Börne aus dem Münsteraner Tatort. „Für mich ist der ein Aufschneider, is ja nun mal Pathologe“, schmunzelte Will hinter seinen dicken Brillengläsern und fügte noch hinzu: „Ich steh´ auch auf offene Menschen.“

Dann ging es jedoch weiter mit der tatsächlichen Auslosung der Nummern für die sogenannten PS-Lose. Man könne je denken, da werde ein Auto verlost, erklärte Will weiter. PS bedeute jedoch nicht mehr als „per Spardauerauftrag“, wusste er zu berichten und bat dann den Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse, Thomas Giessing, auf die Bühne. „Sparen, Spenden, öffentliches Glücksspiel“ legte er ihm als kurze Erklärung fürs PS-Sparen in den Mund, ehe er ihm doch die Gelegenheit zu einer ausführlicheren Erklärung gab.

4 Euro von jedem für 5 Euro gekauften Los werden gespart. 25 Cent aus dem Lotterieanteil in Höhe von 1 Euro werden von der Kreissparkasse für ein soziales Projekt weitergegeben. 1,1 Millionen Lose seien im vergangenen Jahr allein im Kreis Heinsberg verkauft worden, und über 281.000 Euro hätten an gemeinnützige Institutionen weitergegeben werden können, berichtete Giessing. In diesem Jahr könnten im Kreis Heinsberg rund 170 Spenden verteilt werden. Eine davon übergab er auf der Bühne an Hückelhovens Bürgermeister Bernd Jansen, dem er zugleich zum 50-jährigen Bestehen seiner Stadt gratulierte. 5000 Euro für die Hückelhovener Tafel symbolisierte der Scheck, den er ihm überreichte.

Bevor dann die „Musikkapelle“ auf die Bühne durfte, gab es noch eine „Weltpremiere“, wie es der Landrat formulierte, als er den neuen Imagefilm über den Kreis Heinsberg auf der großen Leinwand der Aula präsentierte. Der alte Film sei mehr als 20 Jahre alt und nicht mehr zeitgemäß gewesen, erklärte er.

Heute gehe es nicht mehr darum, einen historischen Abriss über alles zu zeigen, vielmehr sei es wichtig, dass sich die Bürger und ihr Lebensgefühl in einem solchen Film wiederfinden würden. „Wir leben da, wo andere Urlaub machen“, zitierte er eine Aussage aus dem Film und fügte hinzu: „Wir sollten unser Licht nicht unter den Scheffel stellen.“ Bodenständigkeit und Weitsicht zugleich vermittelte der Film, der mit einem interessanten Satz begann: „Hier bei uns, wo die Sonne im Westen aufgeht“.

Dann war sie aber endlich an der Reihe, die Band „Radio Doria“ mit Frontmann Jan Josef Liefers. Die zweite Station ihrer Sommertour führte sie nach Hückelhoven mit den Songs ihres zweiten Albums „2 Seiten“. Nicht nur deutschen Rock in stilreichen Facetten präsentierte die Band dabei. Zwischendrin hatte Liefers dem Publikum auch so Einiges zu erzählen, etwa über seinen Besuch in Hilfarth bei der Premiere des von dem Thomas Jahn produzierten Films „Knockin´ on Heaven´s Door“, in dem er als Schauspieler dabei war. Damals sei er sogar verhaftet worden, verriet er dem Publikum in einer überaus amüsanten Schilderung.

Er berichtete auch von dem Babymilch-Transport ins Kriegsgebiet nach Syrien, den er begleitet hat. „Dort erst wurde mir klar, dass wir hier seit 70 Jahren in Frieden leben.“ Die Wahrscheinlichkeit, in Deutschland geboren zu werden, sei jedoch geringer als ein Fünfer im Lotto. „Alle, die jetzt hier sind, haben schon den Hauptgewinn gezogen“, betonte er und war damit bei der Thematik des gesamten Abends.

Schließlich wurde er auch politisch und forderte alle Anwesenden auf, zur Europawahl zu gehen, auch wenn die Idee Europa noch nicht richtig funktioniere. „Aber ich schmeiße doch keine geniale Idee über Bord, nur weil sie noch nicht richtig funktioniert“, lautete sein Appell.

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