Prozess: Attacke vor Diskothek in Himmerich endet beinahe tödlich

Vorwurf ist versuchter Totschlag : Attacke vor Diskothek in Himmerich endet beinahe tödlich

Fünf junge Männer sollen im März 2017 auf dem Parkplatz der Himmericher Diskothek Waldesruh zwei Opfer attackiert haben. Am Dienstag begann in Aachen der Prozess. Der Vorwurf lautet versuchter Totschlag.

Mit der Waldesruh war es im März 2017 in den frühen Morgenstunden nicht weit her. Denn auf dem Parkplatz der Himmericher Diskothek entbrannte ein Faustkampf, der beinahe für eines der beiden Opfer tödlich ausgegangen wäre.

„Schließlich geht es hier am Ende darum, dass einem der beiden Opfer durch die massive Gewalteinwirkung eine Rippe gebrochen wurde, deren Spitze sich in seine Lunge bohrte“, schilderte am Dienstagmorgen die Vorsitzende der 7. Großen Jugendkammer am Aachener Landgericht, Richterin Melanie Theiner, die üblen und lebensgefährlichen Folgen der nächtlichen Prügelei auf dem Disko-Parkplatz.

Erst jetzt nach gut zwei Jahren sind deswegen fünf Heranwachsende im Alter zwischen 19 und 23 Jahren, die vorwiegend aus Übach-Palenberg stammen und damals nach einer kurzen Haft wieder auf freien Fuß gesetzt wurden, wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Am ersten Verhandlungstag lief es besonders für einen 20-Jährigen gut, weil das Gericht beschloss, seinen eher geringen Tatbeitrag mit einer weiteren Strafe zu verrechnen, er durfte nach rund einer Stunde den Saal verlassen und wieder nach Hause gehen.

Für die anderen vier wird es jedoch in dem auf 18 Verhandlungstage angesetzten Prozess um die sprichwörtliche Wurst gehen. Denn ihr Schicksal wird davon abhängen, ob sie die Gründe für die Tat so darstellen können, dass möglicherweise Bewährungsstrafen verhängt werden können, ein Wunschtraum eines jeden Verteidigers.

Wer den Händel im Anschluss an den Diskobesuch angezettelt hat, ist gerade nach dem ersten Tag des Prozesses zumindest umstritten. Geht es nach der am Dienstag verlesenen Anklageschrift, hat die Gruppe Streit mit zwei weiteren Besuchern des Lokals gesucht, auch sie wollten gerade nach Hause fahren. Wie so oft in nächtlichen Auseinandersetzungen unter Betrunkenen habe ein Wort das andere gegeben, hieß es von Seiten der Anklage, die größere Gruppe habe den Streit mit den zwei anderen Gästen gesucht und provoziert.

Plötzlich sollen, so die Staatsanwaltschaft, die beiden Angeklagten Justin S. (19) und Dogukan K. (19) nach dem Wortwechsel einem der beiden Nachtschwärmer unvermittelt mit den Fäusten ins Gesicht geschlagen haben. Der Mann ging zu Boden, was die gesamte Gruppe veranlasst habe, ihn mit Tritten und weiteren Schlägen auf Kopf und den Oberkörper zu malträtieren.

Brutales Vorgehen

Bei der Auseinandersetzung ging man so brutal zu Werke, dass wie bereits beschrieben Rippenbrüche sowie ein Nasenbeinbruch medizinisch zu verzeichnen waren. Erst als weitere Diskobesucher sich lautstark einmischten und nach der Polizei riefen, ließ die Gruppe von ihren Opfern, der zweite junge Mann kam glimpflicher davon, ab und setzte sich in ein Taxi.

Bislang sagten die Angeklagten noch nichts zum Tatablauf, zumindest der Angeklagte Miguel O. kündigt eine umfassende Einlassung an. Der Prozess wird am Dienstag, 8. Oktober, fortgesetzt, dann sollen die Opfer gehört werden.