Priester Drs. Gerard Rottink wird 100 Jahre alt

Drs. Gerard Rottink wird 100 : „Im Geiste bei Euch in Haaren“

Selten gewährt der Herrgott die Gnade, die Vollendung des 100. Lebensjahres begehen zu können. Am Samstag, 19. Januar, wird Drs. Gerard Rottink diese seltene Gnade zuteil, die mit einer Dankmesse um 10 Uhr in der Kapelle seiner heutigen Altersresidenz und einem kleinen Empfang begangen wird.

Die Gottverbundenheit in der Verkündigung einerseits und die Verbundenheit mit den Menschen seiner früheren Pfarrei präg(t)en seine langen Priesterjahre. Den Apostel Paulus bemühte Drs. Rottink denn auch gerne um die Verbundenheit mit seiner früheren Pfarrei St. Johannes Baptist Haaren zum Ausdruck zu bringen. „Körperlich“ sei er bereits seit langem wieder in Holland, „im Geiste jedoch häufig bei Euch in Haaren“.

Am 19. Januar 1919 wurde Gerard Rottink in Borne, der niederländischen Provinz Overijssel, geboren. In Nijmegen besuchte er das Ordensgymnasium bis zum Abitur 1937. Anschließend studierte er an der Ordenshochschule in Witten bei Vaals, bevor Rottink am 11. August 1943 zum Priester geweiht wurde. Nach dem Wechsel an die Universität Amsterdam folgten weitere Studien des Altphilologen.

Bevor er Mitte der 60er Jahre in den Pfarrdienst trat, war er von 1949 bis 1965 als Studienrat für Griechisch und Latein am Gymnasium in Nijmwegen tätig, dort wo er in den 30er Jahren selber die Schulbank drückte. Ab 1965 folgen Einsätze als Kaplan in Weiblingen bei Stuttgart, als Pfarrverweser der Pfarrei Unterkirchberg bei Ulm (1966) und als Kaplan in Mönchengladbach-Neuwerk (1968/69), bevor er vor 50 Jahren, am 1. September 1969, Pfarrer von Haaren wurde. Bis 1985 versah er seinen priesterlichen Dienst in dem Grenzort.

In seine Amtszeit fiel die Umgestaltung des Chorraumes 1972, orientiert an den Vorgaben des Zweiten Vatikanischen Konzils Anfang der 60er. Stets nahm Rottink seine Aufgaben als Präses der zahlreichen kirchennahen Vereinigungen aktiv war, des Kirchenchores und der Schützenbruderschaft. Als Marienverehrer unterstützt(e) Rottink die seit 1977 bestehende Pilgerfußwallfahrt nach Kevelaer, die er selbst in Zeiten der Vakanz der Haarener Pfarrei in den 90er Jahren als Geistlicher begleitete. Die Verkündigung des Glaubens und die Seelsorge in der persönlichen Begegnung mit den Pfarrangehörigen ist ihm stetes Anliegen.

Noch im Ruhestand war Drs. Rottink die Freude über die große Zahl der Täuflinge während seiner Haarener Jahre anzumerken. Dass er diese bis ins hohe Alter mit dem Vornamen anzusprechen vermochte, ist Ausdruck eines guten Namensgedächtnisses, zugleich aber respektvolles Zeichen persönlicher-seelsorgerischer Begegnung. Dementsprechend beging Drs. Rottink seine Priesterjubiläen 2003, 2008 und zuletzt das Gnadenjubiläum 2013 auch in seiner ehemaligen Pfarrei. Herausragendes Ereignis seiner Amtszeit war jedoch die Priesterweihe des im November 2007 verstorbenen Pater Franz Houben im Mai 1974. „Das ist ja wirklich etwas Einmaliges gewesen“ erinnerte sich Rottink noch 2004, als er zugleich mit Pater Houben die Schirrmherrschaft über das Bezirksschützenfest der Haarener St. Johannes Schützenbruderschaft übernahm.

Im August 1985 wechselte Rottink zunächst als Hausgeistlicher ins Sanatorium Jordanbad nach Biberach und ab 2000 bis 2005 nochmals als Subsidiar in das Dekanat Steinfeld (Eifel), wo er zuletzt nochmals als Pfarrer eingesetzt wurde. Mit dem Eintritt in den Ruhestand Ende 2005 kehrte Drs. Rottink ins Kloster Nebo nach Nijmwegen zurück.

Dorthin, wo in den 30er Jahren sein priesterlicher Weg begann, bis dass die Ordensgemeinschaft Ende 2008 Ordensgebäude aufgeben musste und sich im nahegelegenen Boxmeer niederließ. Bis 2008 übernahm Drs. Rottink für das Bistum Aachen noch die Betreuung der Lourdeswallfahrten.

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