Wegberg-Beeck: Prächtige Vielfalt traditionellen Schmucks zu sehen in Beeck

Wegberg-Beeck : Prächtige Vielfalt traditionellen Schmucks zu sehen in Beeck

Schätze zu beherbergen ist für die Vitrinen im Europäischen Volkstrachtenmuseum in Beeck nun wahrlich keine Ausnahme. Aber die Kostbarkeiten, die derzeit die Vitrinen auf allen drei Etagen des Museums füllen, sind Prunkstücke besonderer Art.

Die Ausstellung „Schmuckkulturen Europas“ zeigt bis zum 25. November Trachtenschmuck in mehr als 1000 Exponaten: Haubennadeln und Miederstecker, Haarpfeile und Ringbroschen, Halsketten und Ohrringe, Gürtelschließen und Festkronen, Schuhschnallen und Brauthauben von atemberaubender Schönheit.

Geschichten und Botschaften

Die Ethnologin Irene Steiner hat die Ausstellung konzipiert und zeigt einen Teil ihrer eigenen Sammlung, ergänzt um Leihgaben aus anderen privaten Sammlungen. Der Trachtenschmuck beschränkt sich nur auf Schönheit, jedes Teil erzählt eine eigene Geschichte, ist Träger einer Botschaft. Irene Steiner entwarf bei der Eröffnung der Ausstellung die faszinierende Vorstellung, bei den Trägerinnen der Schmuckstücke zu sein.

„Wir wären zugegen auf hunderten Festen, in über 30 Ländern, bei Tanz und Kirchweih, Hochzeit und Taufe.“ Welche Kinder im Beisein des Wehenkreuzes wohl geboren worden sind? Welche Liebesschwüre sind mit einem Schmuckstück besiegelt worden? „Vielleicht ist dies das Faszinierende an Schmuck überhaupt. Er atmet den Geist seiner Vorbesitzer, all jener magischen Momente in deren Leben. So trotzt er Vergessen und Tod.“

Seit ihrem zwölften Lebensjahr sammelt Irene Steiner, die an der „wunderschönen, aber trachtenschmuckarmen Mosel“ aufgewachsen ist, Trachtenschmuck. Begonnen habe alles mit einem schlichten Silberreifen aus Tunesien. „Sammeln bedeutet auch, sich dem Erbe vergangener Generationen nachhaltig zu widmen.“

Der Kontakt zum Beecker Museum kam mehr oder minder zufällig zustande, wie Gregor Laufenberg vom Heimatverein Wegberg-Beeck zu Protokoll gab. Als Besucherin war Irene Steiner ins Beecker Volkstrachtenmuseum gekommen und hatte ihm erzählt, dass sie selbst Trachtenschmuck sammle. Sofort sei er Feuer und Flamme gewesen — „und schon war das Kind geboren“, freute er sich.

Bis zum 25. November wird die Ausstellung im Volkstrachtenmuseum in Beeck zu sehen sein. Die erstmalige und umfangreiche Präsentation bisher nicht publizierter Stücke zeigt die Vielfalt des europäischen traditionellen Schmucks des 19. und 20. Jahrhunderts.

Im Fokus stehen Aspekte wie sozialer Status, Brautschmuck, Trauer- und Freudenzeiten, frühe Kulturkontakte über Wanderhandel, der Einfluss städtischer Moden und Produktionszentren auf den ländlichen Schmuck, Form und Funktion von Gewandschmuck, Wandersagen und Stereotypen zum Thema Tracht und moderne Entwicklungen.

Mehr von Aachener Nachrichten