Erkelenz: Pop-Art farbenfroh und opulent gestaltet

Erkelenz : Pop-Art farbenfroh und opulent gestaltet

„Fantasy in der Galerie“: Friedhelm Kötter stellt seine Arbeiten in der Galerie des Kunstfördervereins Pro Arte am Franziskanerplatz aus. Die Besucher erwartete bei der Vernissage ein eher ungewöhnlicher Anblick. Denn Kötters Bilder wirken naiv und könnten Vorlagen für Street-Graffiti oder die Cover psychedelischer Schallplatten aus den 70er Jahren sein.

Viele Motive wirken bekannt, wie Zitate aus einer längst vergangenen Ära der Pop-Art. Oder sind es die Vorlagen einer neuen? Die Farben kennen keine Schattierungen. Rot ist „feuerrot“, grün „giftig“ und gelb „knallgelb“. Die klaren Farben und die immer wieder neuen Ideen der Darstellung verleihen jedem Bild eine eigene Tiefe und laden zum Erforschen ein.

Der gebürtige Kleingladbacher und ehemalige Bergmann ist ein Autodidakt im besten Sinne. Seine Arbeiten zeichnen sich durch einen kreativen Umgang mit Farben, Formen und Themen gleichermaßen aus.

„Trommelwirbel aus Farben“

Zur Eröffnung erzählten Sandra Klein und Hans-Dieter Willms von Pro Arte dem Publikum einiges über Friedhelm Kötter. Willms bezeichnete die Arbeiten des 66-Jährigen als „Trommelwirbel aus Farben, Motiven und Fantasie“. Sandra Klein wies darauf hin, dass Musik im Schaffensprozess des Malers stets eine große Rolle spiele. Dabei reiche das Spektrum von Queen und Pink Floyd bis hin zu Chopins Klavierkonzerten.

Kötter hat schon früh begonnen und war sehr kreativ. In der Volksschule hatte er stets eine Eins in Kunst. Im Freundeskreis war er beliebt, weil er die Partykeller individuell und bunt gestalten konnte. Er begann mit dem Edding und entwarf Bilder, die man in New York oder London vermutet hätte, aber nicht in Hückelhoven. Die Arbeit mit den Lackstiften stellte sich schnell als teuer und zeitaufwendig heraus. So wendete er sich in den 80er Jahren der Acrylmalerei zu.

Seine Kunst kann mit Pop-Art umschrieben werden, doch wendet er sich auch Themen wie Picassos Guernica zu und haucht dem Bild durch seine Farbwahl neues Leben ein, um es seiner Unverwechselbarkeit zu berauben. Neben den Bildern sind auch einige Plastiken zu sehen, die der Künstler ebenso farbenfroh und opulent gestaltet hat.

Die Ausstellung in der Galerie Pro Arte am Franziskanerplatz in Erkelenz ist am kommenden Sonntag, 29. Juli, von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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