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„Pilgern“ im Lehrplan: Neues Angebot am Kreisgymnasium Heinsberg

Pilgerreise : Kreisgymnasiasten sind dann mal weg

„Pilgern – Auf dem Weg zu Gott und sich selbst“ lautete der Titel eines neuen Angebots, das die Lehrer für katholische und evangelische Religion am Heinsberger Kreisgymnasium den Schülern der Sekundarstufe II am Ende des Schuljahres gemacht haben.

Nach mehreren Stunden der Vorbereitung, pilgerten knapp 60 Schüler zusammen mit den Lehrern zu Fuß auf den Weg zum Aachener Dom. In der Vorbereitungsphase hatten sie sich gemeinsam mit dem Lied „Auf dem Weg“ von Mark Forster befasst, mit einem Bericht zum Thema Pilgern, mit dem Buch „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling, aber auch mit entsprechenden Textstellen in der Bibel.

„Den Schülern einen verstehenden Zugang zu religiösen Weltdeutungen und Lebensweisen zu geben, ist ein zentrales Ziel des Unterrichts“, so Benedikt Kleinlosen, der die Pilgertour zusammen mit seinen Kolleginnen Deborah Gebing, Sibylle Schneider und Rahel Müller organisiert hatte. „Um dieser Aufgabe in angemessener Form gerecht zu werden, haben beide Fachschaften in ökumenischer Verbundenheit das Projekt Pilgern entwickelt“, betonte Kleinlosen. „Im Rahmen einer Verschränkung von schulischer und außerschulischer Lernumgebung sollte den Jugendlichen eine ganzheitliche Spirituelle Erfahrung ermöglicht werden.“

Nach einer Unterrichtssequenz zum Thema hatten sie also Gelegenheit, eigene Pilgererfahrungen zu machen auf einer dreitägigen Reise von Heinsberg nach Aachen. Am ersten Tag gingen die Schüler mit ihren Lehrern 17 Kilometer zu Fuß nach Geilenkirchen-Beeck und übernachteten dort in einem Heuhotel. Am zweiten Tag stand dann die längere Strecke über 40 Kilometer bis nach Aachen auf dem Programm. Übernachtet wurde dieses Mal bei den Pfadfindern im Aachener Ponttor. Zuvor nahm die Pilgergruppe aber noch an einer von Oberstufenschülern des Aachener Piusgymnasiums gestalteten Andacht im Aachener Dom teil. Nach dem Frühstück brachte der Zug die junge Pilgergruppe dann wieder nach Heinsberg zurück.

Nicht alle hatten die Pilgerreise bis zum Ende mitgemacht. Einige waren vorher ausgestiegen. „Eine coole Idee“, fand aber zum Beispiel Nele Otto. „Das war schön für die Gemeinschaft, etwas, für das sonst sehr selten Zeit ist“, so ihr Resümee. Beim Laufen habe sie zudem zur Ruhe kommen können. „Es hatte etwas Gutes, bis an seine Grenzen zu gehen und zu merken, dass man auch darüber hinaus gehen kann.“

Auch wenn die Blasen an den Füßen geschmerzt hätten, sei die Atmosphäre beim Gottesdienst im Dom schon eine ganz besondere gewesen, berichtete Greta Winkelhorst. „Alle haben mitgesungen, ganz egal, ob sie singen konnten oder nicht. „Diese Andacht hat gezeigt, wie aus den einzelnen Teilnehmern durch das Pilgern eine Gruppe geworden ist“, pflichtete ihr Marius Moll bei. Auch er habe sich mit Leuten unterhalten, mit denen er vorher noch nie gesprochen habe, über Themen, für die sonst nie Zeit gewesen sei. Auch die Impulse, doch einfach eine Zeit lang ohne Handy auszukommen oder auch einmal schweigend ein Stück des Weges zu gehen, wurden von den Schülern angenommen.

„Das hat auch ohne Verbot erstaunlich gut funktioniert“, so Lara Storms. „Man konnte sich einfach mit jemandem unterhalten.“ Für ein weiteres Projekt dieser Art schlug Nele Otto jedoch vor, das Gepäck mit einem Fahrzeug zu transportieren.