Heinsberg-Oberbruch: Pfarrei St. Aloysius feiert 100. Jubiläum

Heinsberg-Oberbruch : Pfarrei St. Aloysius feiert 100. Jubiläum

Ein großes Banner auf dem Turmgerüst der Kirche und Fahnen verkünden es: Die Pfarrei St. Aloysius in Oberbruch besteht seit 100 Jahren. Am Wochenende wird nun zwei Tage lang gefeiert: mit Pfarrfest, Familiengottesdienst und Konzert in der Kirche.

Aus diesem Anlass haben die Verantwortlichen auch einen Blick in die Historie geworfen: Bereits an der Wende zum 20. Jahrhundert habe das Bistum Köln erkannt, dass bedingt durch das Wachstum der Fabrik in Oberbruch der ebenso immer größer werdende Ort eine eigene Kirche bekommen müsse, sagt Franz Schnitzler. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands und hat anlässlich des Jubiläums in der Chronik der Pfarrei deren Geschichte recherchiert.

„Oberbruch gehörte zu dieser Zeit zur Pfarrei Dremmen, die sich zunächst gegen einen Kirchenbau hier stellte“, berichtet er. Trotzdem sei Geld gesammelt worden, „und die Fabrik half finanziell kräftig mit“. So konnte 1907 der Grundstein gelegt und 1908 Kirchweih gehalten werden. Dass die Erhebung von St. Aloysius zur Pfarrei dann jedoch erst 1918 erfolgte, sei dem Ersten Weltkrieg geschuldet, aber auch dem Kirchenvorstand der Pfarrei St. Lambertus in Dremmen, der die für damalige Verhältnisse große Summe von 5000 Reichsmark als Ablösung gefordert habe.

Am 1. Oktober 1918 sei dann jedoch das seit 1910 bestehende Rektorat Oberbruch der Pfarrei Dremmen mit Rektor Christian Hugo zur eigenständigen Pfarrei mit Pfarrer Anton Schürkes erhoben worden. Vieles sei damals in Oberbruch schon vorhanden gewesen, berichtet Schnitzler, eine Schützenbruderschaft seit 1902, ein Kirchenchor seit 1906 und eine Frauengemeinschaft seit 1914. „Ein Kindergarten und der Beginn der Jugendarbeit sind auf das Jahr 1924 zu datieren, die Kevelaer-Wallfahrten begannen ein Jahr später.“

Kirchturm wird saniert

1945 sei die Kirche gesprengt, in den Jahren 1952 bis 1956 aber wieder aufgebaut und eingerichtet worden. 1972 sei die Kirche wegen Feuchtigkeitsschäden im Chorraum saniert worden. Damals sei auch das erste Pfarrfest gefeiert worden. Derzeit werde der Kirchturm saniert und sei deshalb ganz eingehüllt.

Bis zum Jahr ihres 75-jährigen Bestehens habe die Pfarrei St. Aloysius immer einen eigenen Pfarrer gehabt, erklärt Schnitzler und räumt dann durchaus kritisch ein: „Zum 100. Jubiläum haben wir noch nicht einmal einen Pfarrer für die sieben Gemeinden der GdG.“ Zusätzlich seien früher immer Kapläne vor Ort gewesen, die die Jugendarbeit der Pfarrei gestützt und gefördert hätten.

Die Verantwortung habe früher bei den Geistlichen gelegen, die immer viele Helfer gefunden hätten, von denen sie immer tatkräftig unterstützt worden seien. „Mittlerweile liegt die Verantwortung aber bei den pastoralen Mitarbeitern und vor allem beim Ehrenamt, manchmal auch nur mit wenig Unterstützung und wenigen Unterstützern“, sagt er.

„Gerade deshalb sehen wir uns in der Pflicht, auch getreu dem Ansinnen unseres Pfarrpatrons St. Aloysius weiterhin Raum für die Kinder und Jugendlichen zu schaffen, denn das 1962 errichtete Jugendheim ist nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll sanierungsfähig.“ 1926 war der heilige Aloysius von Papst Pius XI. zum Schutzheiligen der christlichen Jugend erklärt worden. „So wird aus dem Sanierungsfall Jugendheim Ulli Elch etwas Neues werden: das Aloysius-Zentrum“, sagt Schnitzler.

Neubau auf dem Kirchplatz

Gebaut werden soll es auf dem Kirchplatz gleich neben der Kirche, den die Kirchengemeinde 1981 von der Stadt gekauft hat. „Der Kirchplatz wird ein ‚Dach‘ bekommen für alle Generationen unserer Pfarrei“, so der beherzte Wunsch des stellvertretenden Vorsitzenden des Kirchenvorstands. „Es soll der neue Mittelpunkt des Gemeindelebens werden.“ Über Details der Pläne wollte er noch nicht sprechen, da über den Bauantrag noch nicht entschieden worden sei.

Das Dechant-Sauer-Haus werde daneben natürlich weiterhin bestehen bleiben, vor allem für die Nutzung durch den Hilfsverein Amos. „Wir sind in der glücklichen Lage, als Pfarrei zusammen mit dem Bistum das Projekt finanziell stemmen zu können“, freut sich Schnitzler, wirbt jedoch auch aktiv für die Förderung der Einrichtung des Zentrums. Auch der Erlös des Pfarrfestes soll der Jugendarbeit in dem neuen Gebäude zukommen.

Das Pfarrfest wird am Samstag, 23. Juni, um 15 Uhr an der katholischen Tageseinrichtung für Kinder St. Aloysius an der Mittelstraße von den Kindergartenkindern eröffnet. Weiter präsentieren sich die Jugendfeuerwehr und die Pfadfinder. Es gibt ein Karussell, einen Trödelmarkt und eine Tombola. Ab 19 Uhr spielt die Band Change.

Am Sonntag, 24. Juni, geht es um 10.30 Uhr mit einem Familiengottesdienst auf dem Festgelände los. Danach geht das Pfarrfest weiter. Um 14 Uhr singt der Chor der Pestalozzischule unter der Leitung von Mechthild Laumen. Um 15.30 Uhr beginnt das Bühnenprogramm mit Solisten unter der Leitung von Jakob Ronkartz. Um 18 Uhr lädt die Pfarrei zum Konzert für Orgel und Flöte in die Pfarrkirche ein.

Weitere Kirchenkonzerte mit Orgelmusik stehen für den 30. September, 28. Oktober, 25. November und 30. Dezember im Kalender.