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Wegberg: „Pape grillt“: BAP feiert auf der Bühne in Beeck

Wegberg : „Pape grillt“: BAP feiert auf der Bühne in Beeck

„Pape grillt“ — und schüttelt Hände. Lächelnd hatte sich Shake-Hands-Profi Christian Pape unter dem Torbogen von Haus Beeck postiert, um jeden einzelnen seiner mehr als 2600 Gäste persönlich zu begrüßen. Eine alte Tradition bei „Pape grillt“, der zum fünften Mal in seinen Garten eingeladen hatte.

Nur die Harten kommen in Papes Garten. Mindestanforderung in diesem Jahr, um an die begehrten Eintrittskarten zu gelangen: Ausharren bei minus drei Grad und Schnee im März dieses Jahres zum Kartenvorverkauf. Überlebt hat die frierende Fangemeinde nur, weil Christian Pape Rum in den Kakao schüttete — und wie immer waren die Karten ruckzuck weg.

Begeisterte Zuhörer: Vor der Bühne herrschte großartige Stimmung. Foto: Monika Baltes

Mit lässiger „Hand-hoch“-Abstimmung vergewisserte sich Christian Pape, wer sich da alles in seinem Garten tummelte, machte Stammgäste, Wiederholungs- Überzeugungs- und Ersttäter aus. Plauderte über die Vorbereitungen und die größte Bühne, die je in seinem Garten stand: „Mehr rund als hoch.“ Hoffte, dass in Wegberg das Licht nicht ausgeht, wenn die Bühnenbeleuchtung eingeschaltet wird, und verzweifelte an den Fortpflanzungszeiten für allerlei geschütztes Getier, die er bei den Planungen zu berücksichtigen hatte. Erlaubte sich einen kleinen Schlenker zum familiären Fondue, dem „Entenangeln für Erwachsene“, dankte seinen Sponsoren in Gedichtform und bekannte, seinen ersten Kuss beim BAP-Song „Anna“ bekommen zu haben.

Gastgeber von 2600 Besuchern: Christian Pape. Foto: Monika Baltes

Soweit das Vorspiel — dann kamen sie auf die Bühne: Niedeckens BAP.

Stets ein Mann klarer Worte

„Diss Naach ess alles drin“, versprach die Band zum Auftakt und widmete sich voller Energie, authentisch, emotional und berührend, seinem Publikum. Gute alte Bekannte tauchten auf, Songs, die das Publikum seit vielen Jahren begleiten. Der „Waschsalon“ etwa ist inzwischen 37 Jahre alt und brachte augenblicklich Bewegung ins Publikum. Hände reckten sich nach oben, da wurde getanzt und gegroovt, textsicher mitgesungen, frenetisch applaudiert. „Schön, dass Pape grillt“, befand Wolfgang Niedecken, der sich mit seiner Band derzeit auf Tournee befindet. Begleitet wird die Band dabei erstmals von einem Bläsersatz, was der Band die Möglichkeit bietet, Stücke zu spielen, „die wir ewig nicht gespielt haben“, freute sich Wolfgang Niedecken.

„Reinrassije Strooßekööter“ schickte die Band in den Garten. Ein wortwörtlicher Widerspruch in sich — das weiß auch die Kölsch-Rock-Legende —, „aber mit der Scheiß-Rasse braucht mir keiner zu kommen“. Auch dafür lieben ihn seine Fans, für sein politisches und gesellschaftliches Engagement.

Das Beecker Publikum jedenfalls genoss das Wiedersehen mit einem alten Freund, die wohlvertrauten Lieder, die neuen Nuancen und viele Stücke in neuem Gewand.

Ach ja — das Grillen bei „Pape grillt“: Neben Würstchen gab es auch ganze Schweine, die am Spieß gegrillt wurden — Pulled Pork ist ja buchstäblich in aller Munde. Dicht umlagert waren die Köstlichkeiten, und auch wenn der Grillduft noch so verführerisch in die Nase zog, geduldiges Warten war angesagt. Eine schwere Prüfung.

Aber wie gesagt — nur die Harten kommen in Papes Garten.