Heinsberg: Originelles mit Orgel, Oboe und Fagott bei „Musik in St. Gangolf“

Heinsberg : Originelles mit Orgel, Oboe und Fagott bei „Musik in St. Gangolf“

„In Windes Eile — Originelles für Oboe, Fagotte und Orgel“ hatten die drei beteiligten Musiker das jüngste Konzert in der Reihe „Musik in St. Gangolf“ überschrieben. „Originelles, weil es nichts Originales gibt“, erklärte der Dürener Regionalkantor und Musikdirektor Hans-Josef Loevenich, der in dem Trio die Orgel spielte.

Man kenne sich seit fast 30 Jahren, freute sich Propst Markus Bruns in seiner Begrüßung über den inzwischen dritten Besuch von Loevenich im Selfkantdom. „Ich habe ihm Singen beigebracht, er mir den Glauben“, schmunzelte der Regionalkantor, bevor er sich auf die Orgelbühne begab.

Dort musizierte er zusammen mit der Oboistin Yvonne Schabarum, die nach ihrem Studium an der Musikhochschule Köln mehrere Jahre dem Kammerorchester „Unter den Linden“ in Berlin angehörte. Sie ist in regionalen Orchestern, aber auch als Solistin zu hören. Zudem unterrichtet sich an der Musikakademie der Deutschsprachigen Gemeinschaft in Belgien.

Unter anderem dort ist auch die französische Fagottistin Audrey Luzignant tätig. Sie spielt zum Beispiel in Opern und Operetten, ebenso in den Sinfonieorchestern von Lyon, Lüttich oder Aachen. Darüber hinaus gehört sie diversen Jurys an.

Mit der Invention Nr. 4 von Johann Sebastian Bach (1685-1750) starteten Oboe und Fagott in das Konzert, bevor die Orgel im ersten Satz aus der Triosonate C-Dur, ebenfalls von Bach, gleich einem Cembalo dezent einstieg. Auch im dritten Stück, dem Adagio aus op. 71 von Ludwig van Beethoven (1770-1827), zeigten Oboe und Fagott ihre starken „Stimmen“.

Fagott und Orgel harmonierten in der Aria Nr. 5 aus Bachianas Brasileiras von Heitor Villa-Lobos (1887-1959) und im Stück „Auf dem Flusse“ aus der Winterreise von Franz Schubert (1797-1828). Gut gefiel den Zuhörern auch das Pièce von Gabriel Fauré (1845-1924), dargeboten von Oboe und Orgel.

Zuhörer sind begeistert

Nachdem Loevenich schon zuvor mit dem Intermezzo aus der Sonate e-Moll von Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901) als Solist überzeugt hatte, spielte er die Orgel von St. Gangolf in ihrer ganzen Kraft mit „Power of Life“ von Mons Laidvin Takle, geboren 1942, und begeisterte damit die Zuhörer im Kirchenschiff. Die letzten drei Stücke spielten die begnadeten Musiker wieder als Trio, das Terzetto op. 21 von C.-Theophile Lalliet (1837-1893), den „Marche Funèbre d´une Marionette“ von Charles Gounod (1818-1893) und das „Salut d´Amour“ von Edward Elgar (1857-1934).

Ovationen der Zuhörer, die natürlich mit einer Zugabe belohnt wurden, waren ihnen gewiss.

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