Ophoven: Für die Anwohner steht viel auf dem Spiel

Hochwasserschutz : Für die Anwohner steht viel auf dem Spiel

Aktuell ist Ophoven nicht ausreichend vor Hochwasser geschützt. Deshalb will der Wasserverband seit einiger Zeit einen neuen Deich bauen. Nun ist geplant, dass er 2021 fertig werden soll.

In Ophoven sorgen sich viele, dass sie irgendwann einmal nasse Füße bekommen könnten. Und das ist eine maßlose Untertreibung für das, was vielen Hauseigentümern blühen könnte, wenn es wieder einmal zu einem starken Hochwasser kommt. Im Jahr 2011 stieg die Rur zuletzt so hoch, dass es zu großen Überschwemmungen in dem Ort kam. Seit Jahren bemüht man sich nun um einen besseren Hochwasserschutz. Im Jahr 2021 könnte dieses Ziel erreicht sein. Denn dann soll nach den Plänen des Wasserverbandes Eifel-Rur ein neuer Deich den Ort schützen.

Bis es soweit ist, können die Ophovener nur hoffen, dass Rur ihr Bett nicht verlässt. Käme es aktuell zu einem hundertjährigen Hochwasser – also einem Hochwasser, wie es statistisch gesehen alle 100 Jahre einmal vorkommt –, drohten Ophoven wieder Überschwemmungen. Im Zuge der Erstellung des Hochwasseraktionsplanes für die Rur wurde festgestellt, dass die Ortslage Ophoven für ein Jahrhunderthochwasser nicht ausreichend geschützt ist“, teilte Marcus Seiler, Pressesprecher des Wasserverbandes dazu mit.

Es existiert zwar ein Hochwasserschutzdeich für Ophoven, der sei aber nur für kleinere Hochwässer ausgelegt. Beim Rurhochwasser am 14. Januar 2011 habe sich außerdem gezeigt, „dass bei längerem Einstau des Deiches die Standsicherheit und die Dichtigkeit nicht gewährleistet werden kann“, so Seiler: „Die gesamte Hochwasserschutzanlage entspricht nicht mehr dem Stand der Technik und der gesetzlichen Vorgaben.“

Was zusätzlich für Unsicherheit sorgt: Es existiert eine Karte, die zeigt, welche Teile des Ortes bei einem Jahrhunderthochwasser überschwemmt werden würden. Dazu zählen viele Grundstücke zwischen Schützenstraße und Marienstraße und im weiteren Verlauf auch in Richtung Agathastraße. Ortsvorsteher Dirk Schulze, der sich seit Jahren für einen besseren Hochwasserschutz in Ophoven einsetzt, sagte, dass dort bereits Eigentümer den Versicherungsschutz für ihr Haus verloren hätten, weil sie so gesehen im Überschwemmungsgebiet wohnen. Für die Anwohner steht also viel auf dem Spiel.

Für Schulze ist klar: „Wir müssen etwas tun. Ein Hochwasser kann immer auftreten.“ Er betont, dass der Wasserverband sich ebenfalls stets für eine gute Lösung eingesetzt habe. Und die soll so aussehen: Der neue Deich soll vom Kreisverkehr an der Marienstraße vorbei am gesamten Ort bis kurz hinter die Straße, die zur Rurbrücke in Richtung Karken führt, verlaufen. Das geht aus einem aktuellen Plan des Wasserverbandes hervor. Der neue Deich soll sozusagen vor den bestehenden Deich gesetzt werden.

Das hätte eigentlich schon im Jahr 2018 geschehen sollen. Weil sich aber eine Verzögerung abzeichnete, berief Ortsvorsteher Schulze im November eine Bürgerversammlung ein, um die Einwohner des Ortes gemeinsam mit dem Wasserverband über den Stand der Dinge zu informieren. 

Zwischen dem Wasserverband und der Bezirksregierung Köln geht es noch um die Überschwemmungsflächen und die Frage, wie groß die sein müssen. Weil die Bezirksregierung nun ein präziseres Modell entwickelt hat, in dem Niederschlagsmengen, Wasserabfluss und topografische Daten als Berechnungsgrundlage für die Überschwemmungsflächen dienen, wartet der Wasserverband nun ab, bis dieses Modell tatsächlich zur Anwendung kommt. Das wird voraussichtlich noch bis Mitte des Jahres dauern, so dass das Planfeststellungsverfahren im Jahr 2020 über die Bühne gehen und der Bau des Deiches im Jahr 2021 begonnen und auch abgeschlossen werden soll. Bis dahin können Betroffene nur auf gutes Wetter hoffen.

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