Oberbruch: Steht der Sprungturm bald im Glanzstoff-Garten?

Freibadgelände in Oberbruch : Steht der Sprungturm bald im Glanzstoff-Garten?

Als viele dachten, dass schon alles gesagt worden war, brachte Wolfgang Otto eine Idee ins Spiel, die bei den Planungen zum ehemaligen Freibadgelände in Oberbruch einen völlig neuen Impuls geben könnte. Otto sagte, dass er sich vorstellen könnte, den alten Sprungturm zu demontieren und ihn in den angrenzenden Garten seiner Villa Glanzstoff zu stellen. Als sichtbares Wahrzeichen von Oberbruch.

Zuvor war gut zwei Stunden lang viel geredet worden über das Freibad, das Wurmufer und eine Fläche, die an die Gesamtschule angrenzt. Es war der dritte Workshop zu einem freiraumplanerischen Wettbewerb, bei dem drei Entwürfe für die Flächen an Freibad, Schule und Wurm vorgestellt, diskutiert und mehrfach angepasst wurden. Am Donnerstagabend stellten die Planer ihre abschließenden Entwürfe vor, bevor am Freitag eine Jury einen Gewinner küren sollte, der nächste Woche bekanntgegeben werden soll.

Die Teilnehmer des Workshops mischten sich noch einmal gehörig in die Planung ein. Dabei ging es etwa um die Frage, wo Flächen für Jugendliche geschaffen werden sollen. Also: Ist ein Skaterpark besser im Park auf dem ehemaligen Freibadgelände aufgehoben oder soll er an die Schule angrenzen? Es ging auch um den Sprungturm: Soll er bleiben? Zum Wasserfall werden? Ist es überhaupt sicher, ihn stehen zu lassen? Oder trennt man sich doch von diesem Überbleibsel des Freibades? Kontrovers diskutiert wurden auch die Wohngebäude auf dem Freibadgelände: Ist der Abstand zur Villa Glanzstoff groß genug? Sind Tiefgaragen sinnvoll? Und gehören Wohngebäude überhaupt in einen Park?

Wichtig war den Teilnehmern auch, dass die guten Ideen zügig umgesetzt werden. Denn junge Familien sehnten sich nach einem Park mit attraktiven Spielgelegenheiten. Im Schnellverfahren ist der Park an der Wurm aber nicht zu haben. Bürgermeister Wolfgang Dieder sagte, dass der Gewinnerentwurf die Grundlage der weiteren Planung sei. Das bedeutet allerdings nicht, dass er auch eins zu eins umgesetzt werden muss. Davor sei mit der Bezirksregierung zu klären, wofür es wie viel Fördergeld gebe. Und dann müsse der Rat über die Pläne entscheiden. „Das ist eine mehrjährige Angelegenheit“, sagte Dieder.

Wolfgang Otto dachte in Sachen Sprungturm indes schon weiter. Die Idee sei ihm sehr spontan gekommen, weswegen sie auch noch nicht ausgereift sei. Er plane aber ohnehin einen Skulpturengarten für den Park der Villa Glanzstoff. Darin könnte der Sprungturm an die Grenze zum Freibadgelände gestellt werden und in diesen öffentlichen Park hineinragen. Vielleicht wäre das das gewisse Etwas, das manchem Workshop-Teilnehmer an den Wettbewerbsentwürfen der Planungsbüros fehlte.

In der Jury saßen neben Bürgermeister Wolfgang Dieder (CDU) Ortsvorsteher Helmut Frenken (CDU), Vertreter der Ratsfraktionen und Planer. Entwürfe vorgestellt hatten Hermanns Landschaftsarchitektur/Umweltplanung aus Schwalmtal in Kooperation mit Rheinflügel Severin aus Düsseldorf, Greenbox Landschaftsarchitekten aus Köln in Koperation mit De zwarte Hond aus Köln und Förder Landschaftsarchitekten aus Essen in Kooperation mit Reicher Haase aus Aachen.

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