Bauverein Erkelenz: Norbert Schnitzler geht nach 37 Jahren

Bauverein Erkelenz : Norbert Schnitzler geht nach 37 Jahren

Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurde der ehemalige Geschäftsführer Norbert Schnitzler offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Seinen Posten hatte er schon im Mai an seine Nachfolgerin Natalja Barbei übergeben. Schnitzler war seit 37 Jahren beim Bauverein beschäftigt.

1982 hatte er als kaufmännischer Mitarbeiter begonnen. Der Vorstandsvorsitzende des Bauvereins, Hermann-Josef Kubatta, hob noch einmal die Verdienste Schnitzlers hervor, der „seine Finger überall im Spiel hatte“. Er bescheinigte ihm, ein „Mensch mit hervorragender Persönlichkeit und eigener Meinung“ zu sein. Bezeichnend für ihn sei, dass er anstelle von Geschenken um Spenden für das Erkelenzer Hospiz gebeten hatte.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Astrid Wolters dankte Schnitzler für sein Engagement beim Bauverein. Durch seine Arbeit habe er nicht nur den Bauverein, sondern auch das Gesicht der Stadt entscheidend mitgeprägt. Darüber hinaus hob sie dessen lange Tradition sowie Bedeutung des Bauvereins für die Erkelenzer Stadtentwicklung hervor. Wichtig sei dabei die große Kontinuität der Arbeit gewesen. „Ein Garant dafür war bisher Norbert Schnitzler“, erklärte sie. Sie bescheinigte ihm eine „ausgeprägte Unaufgeregtheit“, mit der er den Bauverein durch jedes Fahrwasser geführt habe.

Seiner Nachfolgerin Barbei versicherte Wolters, ein „gut bestelltes Haus“ zu übernehmen. Mit Verweis auf das integrierte Handlungskonzept „Erkelenz 2030“ erklärte sie, die Stadt habe sich „auf den Weg gemacht“. Barbei könne mit ihrer Arbeit Teil dieses gemeinsamen Projektes werden. Verbandsdirektor Alexander Rychter vom Verband der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen (VdW) nutzte die Gelegenheit, um die Bedeutung der Genossenschaften und Verbünde hervorzuheben. Mit rund 1,2 Millionen Wohnungen wohne rund jeder vierte Mieter in Nordrhein-Westfalen in einer Genossenschaftswohnung.

Gleichzeitig übte er auch Kritik an der Entwicklung der Mietpreise. Steigende Mieten dürften nicht dazu führen, dass Menschen aus ihrer Heimat verdrängt würden, erklärte er und betonte, die Wohnungsbaugenossenschaften seien „die wahre Mietpreisbremse“. Denn Genossenschaftswohnungen in NRW lägen im Schnitt einen Euro unter dem durchschnittlichen geförderten Mietpreis pro Quadratmeter.

Anschließend überreichte er Schnitzler eine Ehrenurkunde des Verbandes. Norbert Schnitzler selbst erklärte, dass der Ruhestand etwas sei, „worauf man sich ein Leben lang vorbereitet und dann überrascht ist, wenn er kommt“. Er freue sich auf das, was nun vor ihm liege, erklärte er und schloss mit den Worten der Kölner Sängerin Trude Herr, „Niemals geht man so ganz“.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung des Bauvereins, die vor der Verabschiedung Schnitzlers durchgeführt wurde, informierte Frank Körfer vom Förderverein Hohenbusch e.V. über die Arbeiten am Kreuzherrenkloster. Unter der Leitung des Aufsichtsratsvorsitzenden Wilfried Mercks wurde auch die turnusmäßige Wahl durchgeführt. Gerhard Jackels schied aus Altersgründen aus dem Gremium aus. Da der Aufsichtsrat im vorigen Jahr aus seiner Mitte heraus Elke Schwarz in den Vorstand der Genossenschaft gewählt hatte, mussten in diesem Jahr zwei neue Aufsichtsräte gewählt werden. Die Mitgliederversammlung wählte mit nahezu einstimmigen Ergebnissen Katharina Gläsmann und Brigitte Königs zu neuen Aufsichtsratsmitgliedern. Gemeinsam mit Mercks, Edeltraud Gorra und Leo Pikula bilden sie nun den fünfköpfigen Aufsichtsrat beim Bauverein.