Neues Fahrdienst-Angebot für Blinde im Kreis Heinsberg

Versorgungslücken schließen : Kostenloser Bringservice für Blinde

Blinde und im Sehen stark beeinträchtigte Menschen aus Erkelenz und Wegberg können jetzt bei Besuchen in Behörden, bei Fachärzten oder Beratungsstellen einen neuen kostenlosen Fahrdienst nutzen.

Mit diesem deutschlandweit bisher einmaligen kostenlosen Fahr- und Begleitservice setzen die Blindenfreunde dort an, wo Routine aufhört und Unbekanntes anfängt. Der kostenlose Service schließt eine Versorgungslücke bei der Betreuung blinder und hochgradig sehgeschädigter Menschen und trägt ein Stück mehr zu einem selbstbestimmten Leben bei. Natürlich versteht sich Ralf Helbing nicht als Taxifahrer. Fahrten zum Supermarkt, Hausarzt oder Freunden stehen bei ihm nicht auf dem Plan. Helbing fährt das „Blindentaxi“ Nummer 13 und betreut das neue Einzugsgebiet. Sein Angebot umfasst nicht nur die Fahrt, denn auf Wunsch hilft er auch beim Ausfüllen von Formularen bei Bankgeschäften und Behördengängen oder auch nur bei der Orientierung vor Ort in fremden Gebäuden. Die Fahrt kann zwei bis drei Tage vor dem Termin telefonisch gebucht werden.

Andreas Ullmann hätte sich gefreut, wenn der gesamte Kreis Heinsberg einbezogen worden wäre, erklärte er bei der Vorstellung des Fahrzeuges in Mönchengladbach. Dies sei jedoch wegen der Größe und schwachen Besiedlung einiger Bereiche im Kreis nicht zu realisieren. Unterhalt und Betrieb eines Fahrzeuges kosten zwischen 12.000 und 15.000 Euro pro Jahr und werden vom Verein aus Spendenmitteln finanziert.

„Nun bin ich erst einmal froh, dass Erkelenz und Wegberg den Dienst bekommen“, betont Ullmann.

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