Erkelenz: Neue Dokumente für das Stadtarchiv

Erkelenz: Neue Dokumente für das Stadtarchiv

Es gibt Menschen, deren Namen sind eng mit der Geschichte eines Ortes verbunden. Ein solcher Mensch war Oberpfarrer Leopold Wiggers, der von 1947 bis 1958 in der Pfarre St. Lambertus seinen Dienst tat. Zahlreiche Dokumente aus seinem Nachlass bereichern nun das Erkelenzer Stadtarchiv.

Pfarrer Wiggers machte sich in besonderer Weise um den Wiederaufbau der vom Krieg arg mitgenommenen Pfarrkirche verdient. Deren Schiff war durch mehrere Bombenvolltreffer total zerstört und die Westseite des stolzen Lambertiturmes unterhalb der Hauptgalerie über zwei Stockwerke aufgerissen worden. Zudem engagierte sich Wiggers für die Terheeger Kapelle.

Lambertuskirche aufgebaut

Die älteren Erkelenzer werden sich noch gut an den energischen Geistlichen erinnern, dessen Großneffe Jörg Pfennig nun dem Stadtarchiv viele Originaldokumente aus Wiggers' Nachlass überreichte. Leopold Wiggers wurde 1895 in Paderborn geboren und wechselte 1947 aus einer Jülicher Pfarrgemeinde nach Erkelenz. Gerade rechtzeitig, um selbst Spitzhacke und Schaufel in die Hand zu nehmen und den Wiederaufbau von St. Lambertus zu organisieren.

Der Heimatvereinsvorsitzende Günther Merkens — er hat Wiggers noch als junger Messdiener kennengelernt — erinnerte sich bei der offiziellen Übergabe der Dokumente an zahlreiche Geschichten über einen lebensfrohen und dynamischen Menschen, der seine Mitmenschen mitreißen und begeistern konnte.

Anekdoten, die das Bild eines Geistlichen zeichnen, der die Messe schon einmal etwas beschleunigte, um rechtzeitig bei den Heimspielen des SC 09 dabei zu sein. Und eines Sportsmanns, der dem SC auch als Vorsitzender vorstand und beim Wiederaufbau des Vereins nach dem Krieg mithalf.

Sein Großneffe fand die Dokumente, Zeitungsausschnitte und Fotos im Nachlass seiner Mutter. Darunter befinden sich auch eine Ehrenurkunde des Fußballverbandes Mittelrhein und Fotos, die den Geistlichen unter anderem als Schiedsrichter im Einsatz zeigen.

Auch Pfarrer Werner Rombach zeigte sich erfreut, einen seiner Vorgänger, den er eigentlich nur namentlich kannte, von einer ganz menschlichen Seiten kennenzulernen. Nun ist es Aufgabe des Stadtarchivars Theo Görtz und seiner Nachfolgerin Karoline Meyntz, Ordnung in die umfassende Sammlung zu bringen.

(hewi)
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