Naturschauspielerinnen entführen Frauen in die Zeit der Hexenverfolgung

Weltfrauentag: Hexenbrand im Heinsberger Land

Die Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Heinsberg nimmt den Internationalen Frauentag in jedem Jahr zum Anlass, einer besondere Veranstaltung für Frauen und Mädchen umzusetzen. In diesem Jahr gibt es eine lebendige Geschichtsstunde zur Hexenverfolgung mit Therese Wasch und Berti Davids-Heinrich.

Dort, wo heute das romantisch im Wald gelegene Restaurant Tante Lucie die einheimischen und auswärtigen Wanderer empfängt, genau dort lag vor wenigen Jahrhunderten der „Galgenberg“.  Schon von weitem erkannte der Besucher an den dort oft noch Tage nach ihrer Hinrichtung baumelnden Gestalten, dass mit den Wassenbergern nicht unbedingt zu scherzen ist. 

Doch waren es nicht nur Gauner und Mörder, die ihr Leben auf dem Galgenberg ließen. Auch rund 50 vermeintlichen Hexen wurde dort das Leben aus dem Leib gebrannt.  „Meist waren es die Frauen, die schlau waren und etwas konnten, die als Hexe denunziert und verfolgt wurden. Das war eine besondere Art der Unterdrückung von Frauen“, sagt Westblicke-Gästeführerin Therese Wasch.

Zum Weltfrauentag am 9. März laden die Gleichstellungsbeauftragten der Städte im Kreis Heinsberg  die Frauen der Gegenwart ein, in einer lebendigen Geschichtsstunde an Originalschauplätzen in Wassenberg die Zeit der Hexenverfolgung  und  die weniger rühmliche Geschichte der Stadt dort zu erleben – und das im Rahmen eines spannenden Theater-Wanderung.  

Die beiden Naturschauspielerinnen und Westblicke-Gästeführerinnen Therese Wasch und Berti Davids-Heinrich nehmen die Besucherinnen und interessierte Besucher mit auf eine Reise in eine gar nicht so ferne Vergangenheit – immerhin traten Hexenprozesse zwischen 1430 und 1780 auf.  Das Stück, das die Gästeführerinnen zwischen Judenbruch und Verlorenenturm vor 50  Teilnehmern aufführen werden, heißt „Hebammenflucht und Hexenbrand".

 Auch in diesem Stück ist es eine Frau, die etwas Besonderes kann, so Berti Davids-Heinrichs, die verfolgt wird: nämlich die Hebamme und Kräuterfrau Similde.  Sie hilft der Herrin von Burg Trips ihr Kind zu entbinden – doch  kommt er Junge mit einer Behinderung zur Welt. Wie erwartet wir die Hebamme verdächtigt, eine Hexe zu sein. Sie flieht zu ihrer Schwester Marie nach Wassenberg, die jedoch selbst an Teufelswerk und Hexen glaubt.

Der zirka zwei Kilometer lange Rundgang dauert etwa eine Stunde, sechs Szenen werden gespielt.

Die Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten im Kreis Heinsberg nimmt den Internationalen Frauentag in jedem Jahr zum Anlass, einer besondere Veranstaltung für Frauen und Mädchen umzusetzen. Und wie in den vergangenen Jahren hat auch diese historische Veranstaltung doch einen aktuellen Bezug.

Denn: „Es fällt doch sehr auf, dass in den vergangenen Jahren immer stärker eine Art „Hexenjagd“ auf verschiedene Personengruppen gemacht wird“, sagt Therese Wasch, die mit ihrem Naturtheater nicht nur unterhalten, sondern auch sensibilisieren möchte.

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