Pro Arte: Musik, Literatur und bildende Kunst gehen eine Symbiose ein

Pro Arte : Musik, Literatur und bildende Kunst gehen eine Symbiose ein

Beim mittlerweile achten Kaleidoskop der Sinne erwartet die Besucher am Samstag, 5. Oktober, in der Leonhardskapelle wieder eine vernetzte Kunst. Musik, Literatur und bildende Kunst gehen bei diesem Event des Erkelenzer Kunstvereins Pro Arte wieder eine Symbiose ein und beflügeln den Geist des Publikums.

Beim Drehen des Kaleidoskops verändert sich der Blickwinkel. Neue und fantasievolle Bilder unterschiedlichster Farbwelten erscheinen. Wie die farbigen Glassteinchen im Kaleidoskop purzeln die Skulpturen, Gemälde und Farben durcheinander, verwirbeln zu symmetrischen Bildern, zu neuen Deutungen. Dazu gesellen sich die vibrierenden Töne der Musikinstrumente und treffsicher gesetzte literarischen Worte der Autoren.

Mit jeder Drehung entstehen überraschende, neue Effekte und Facetten, erzeugen völlig neue Aussagen. Spiegel verändern die Wahrnehmung, sind in ihrer Vielfalt dann einzigartig. Ihre Wirkung ist das völlig Unvorhersehbare: Ein Kaleidoskop aus Farben, Tönen, Worten, Stimmen und Eindrücken. Kunst aus dreifacher Sicht und immer wieder mit überraschenden neuen Ergebnissen; nie dasselbe, dafür aber Einmaligkeit: Kunst mit Poesie und Phantasie.

Auch das achte „Kaleidoskop der Sinne“ wird wieder zu einem Dialog, zu einer Begegnung und Auseinandersetzung, öffnet Sichtweisen – wie in einer „Zaubertüte“, eine Verblüffung löst die andere ab. Die Malereien, Fotografien und Skulpturen der zwölf Bildenden Künstler, zu denen die Musiker auf ihren Instrumenten eigene Musiken komponiert und arrangiert, sechs Autoren Texte in Lyrik oder Prosa treffsicher formuliert, sind wie die purzelnden, sich spiegelnden Glassteinchen: Kunst, die bei jeder Drehung ein neues Gesicht bekommt.

Die Gefangenheit der Illusion macht aus Sichtbarem das Unsichtbare, ist das verwirrende und wirbelnde Spiel der Reflexion, ist die Auseinandersetzung von „Schein“ und „Sein“. Weder die Autoren noch die Musiker kennen die „Macher“ der Objekte und schon gar nicht welchen Namen sie tragen. Sie schöpfen ihre Sicht und Deutung aus den Werken, fassen sie in Noten und Worte.

Kunstwerke im Original und gleichzeitig auf der großflächigen Projektionswand: Eine ganz besondere Einladung zur Lust aufs Kennen lernen, Bildern und Skulpturen nahe zu sein. Doch dann geraten die Exponate unversehens in den Kreisel des Andersseins, denn gekonnte Wortschöpfungen der Autoren und unerwartete Tonvariationen der Musiker lassen die Werke der bildenden Künstler in einem völlig anderen Licht erscheinen. Sie sind plötzlich spielerisch, kaleidoskopisch im neuen Gewand.

Es zeigen sich verblüffende Darstellungsweisen und die Kunst scheint ein immer währendes Spektakel zu werden: Eine genussvolle Zelebrierung „spitzenveredelt“ aus Farben, Noten und Worten. Geschaffen von dreizehn Damen und neun Herren im Alter von 17 bis zu über 70 Jahren. Ebenfalls einmalig und ein weiterer ausgefallener Hingucker ist die äußerst einfallsreiche und quicklebendige Performance von Anja Abels, die in der Pause im Foyer der Leonhardskapelle das Gemälde von Patrick Schmitz zum „Kunst schöpfen“ interpretiert. Tanz, Musik, Worte und Ausstrahlung „fliegen“ über die steinernen Fliesen, geben der Kunst des Augenblicks Ausdruck und Gestalt..

Und noch etwas Ungewöhnliches haben sich die Verantwortlichen von ProArte einfallen lassen: Blinde Kunstbegeisterte können die Skulpturen und Gemälde „sehen“, weil die ausgestellten Werke im „Kaleidoskop der Sinne“ auf einer Tondatei sorgfältig und treffend beschrieben sind. Diese Dateien können von Blinden und Schwerstsehenden bei ProArte unter 02462/2422 (Willi Arlt) kostenlos angefordert werden.

„Das ist uns eine Herzenssache, gelebte Inklusion“, betont der Vorsitzende Willi Arlt. Eine besondere Auszeichnung für den Erkelenzer Kunstförderkreis ProArte ist sicherlich die zweite Einladung das „Kaleidoskop der Sinne“ am 18. Oktober, 19.30 Uhr, in der Aachener Citykirche St. Nikolaus zu präsentieren.

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