Tagebauproblematik in Kaulhausen: Mit Wallweinfest auch ein Zeichen des Widerstands setzen

Tagebauproblematik in Kaulhausen : Mit Wallweinfest auch ein Zeichen des Widerstands setzen

Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wird das 2. Kaulhausener Wallweinfest am Samstag, 22. September, 18 Uhr, Kaulhausen 65, Anwesen der Familie Königs, direkt am Wall noch größer und wartet mit noch mehr Überraschungen auf als die Premiere.

Das verspricht das Orgateam um Cheforganisator Michael Königs, auf dessen Anwesen direkt vor dem mächtigen Wall am Ortsrand die große Party am Samstag, 22. September ab 18 Uhr steigt.

„Mit dem Fest wollen wir ein Zeichen setzen für unseren Widerstand gegen den Braunkohlentagebau und für die Verbesserung der Situation unserer Dörfer am Tagebaurand“, erklärt Michael Königs, der mit seiner Familie täglich „und lebenslänglich mit den Auswirkungen und dem Wall vor der Haustür klar kommen muss.

Gleichzeitig erneuern wir die Forderung nach einem Mindestabstand von 400 Metern zum Tagebaurand.“ Um auf die „absolut untragbare Situation“ aufmerksam zu machen, wurden viele Politiker eingeladen, die kommunalpolitisch, landespolitisch oder sogar auf Bundesebene tätig sind; und eine Reihe der Eingeladenen hat ihre Teilnahme zugesagt.

Aber auch fröhlich und friedlich feiern — das ist dem Orgateam wichtig. „Wir sind keine Krawallmacher“, betont Christine Wedderwille, die sich im Projekt Dorfentwicklung und besonders für Kaulhausen engagiert. Ein erstes für Kaulhausen sichtbares Ergebnis, die neue Bürgerwiese, wird übrigens an dem Abend „inoffiziell voreingeweiht“. Das Stück Land hat die Stadt Erkelenz im Rahmen des Dorfinnenentwicklungskonzeptes (DIEK) erworben; die Herrichtung ist zurzeit im Gange, „ und im nächsten Jahr werden dort hoffentlich Bäume, Bänke und Spielgeräte stehen“, hofft Christine Wedderwille.

Auch Peter-Josef Gormanns, Sprecher des Projektteams Dorfentwicklung Venrath-Kaulhausen, betont die Bedeutung des Wallweinfestes für das weitere Zusammenwachsen der Dorfgemeinschaft. „Wenn wir auch in Zukunft in Venrath und Kaulhausen trotz der Tagebauproblematik vernünftig leben wollen, geht das nur mit einem starken gemeinschaftlichen Engagement, egal ob es darum geht, Probleme gemeinsam zu lösen oder mit einem solchen Fest die Gemeinschaft zu stärken.“

Als Bauer des Dreigestirns der vergangenen Session konnte Michael Königs gemeinsam mit der Karnevalsgesellschaft „Venroder Wenk“ auf vielen Bühnen auf die Situation am Tagebaurand hinweisen und gleichzeitig zum Wallweinfest einladen.

Viele der befreundeten Gesellschaften haben ihr Kommen angekündigt. Diese können sich gemeinsam mit allen Gästen auf eine informative und gleichzeitig gesellige Veranstaltung freuen, bei der es übrigens nicht nur Wein, sondern auch Bier und andere Getränke sowie Leckeres vom Grill gibt. Neben der Jazzband Streetlight, in der der Technische Beigeordnete der Stadt Erkelenz, Ansgar Lurweg, aktiv ist, sorgt DJ Karsten Kehren für Unterhaltung. Erstmals in diesem Jahr wird eine Wallweinkönigin gewählt. Zudem sind einige Überraschungsaktionen geplant.

„Datt Jeld blivv im Dörp“, so weisen die die Organisatoren gemeinsam darauf hin, dass der Erlös auch in diesem Jahr für Projekte der Dorfentwicklung eingesetzt werden soll. Im Vorjahr war das Geld das Startkapital für die Anschaffung der Willkommensschilder an den Ortseingängen.

Die Idee zu dem Fest hatte Königs etwa zwei Jahren. Zum Abschluss einer Planungswerkstatt in Wanlo zur Zukunft der Tagebauregion und zur Gestaltung des Tagebaurandes hatte der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen von den beteiligten, aus ganz Europa stammenden Stadt- und Raumplanern eine Weinrebe geschenkt bekommen. Gepflanzt wurde diese wenig später auf dem Grundstück von Familie Königs, an einem Ort also, für den die Bezeichnung „Tagebaurand“ besonders zutreffend und dauerhaft charakteristisch ist.

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