Mit Landesprogramm Vital.NRW Schätze der Heimat ans Licht holen

Landesprogramm Vital.NRW : Schätze der Heimat ans Licht holen

Die Drömmer Jätzkes und der Heinsberger Quartiers-Atlas sind zwei neue Projekte, die im Rahmen des Landesprogrammes Vital.NRW auf Förderung hoffen dürfen.

Im Rahmen der 8. Mitgliederversammlung des Vereins Lokale Aktionsgruppe Westzipfelregion wurden die beiden Projekte vorgestellt. In der LAG Westzipfelregion sind die Kommunen Heinsberg, Gangelt, Selfkant und Waldfeucht als förderungsfähiger Raum zusammengefasst. Alexandra Jentgens hält als Regionalmanagerin der Westzipfelregion die Fäden in der Hand und den Kontakt zur Bewilligungsbehörde, der Bezirksregierung Köln.

Zum letzten Mal tagte die LAG Westzipfelregion im Rathaus der Gemeinde Gangelt unter dem Vorsitz von Gangelts Bürgermeister Bernhard Tholen. Ab dem 1. Juli wird Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder den Vorsitz übernehmen und sein Rathaus für die Versammlungen der LAG zur Verfügung stellen. Bürgermeister Bernhard Tholen wünschte sich zum Abschied, dass sich die Westzipfelregion auf der Grünen Woche in Berlin im kommenden Jahr mit erfolgversprechenden Projekten werde präsentieren können.

Thomas Back stellte eines dieser Projekte, die von der Lenkungsgruppe der LAG schon mit hohen Punktzahlen als förderwürdig eingestuft wurden und nun zur Beurteilung an die Bezirksregierung eingereicht werden, vor. Drömmer Jätzkes heißt das Projekt. Jätzkes sind auf Dremmener Platt kleine Gassen, die den Ort auf nach außen hin verborgenen Pfaden durchziehen. Eines von ihnen ist das „Pastuurs Jätzke“. Die rechte Schreibung des „Pastuur“ werden Thomas Back und seine Mitstreiter noch im Ort erfragen, bevor die Schilder angebracht werden. Das „Pastuurs Jätzke“ führt von der Kirche vorbei am Pfarrhaus. Es ist, wie es sich für ein Gässchen gehört, sehr schmal. Rechts die alte Mauer des Pfarrgartens, links Backstein der Wohnbebauung. Eine altertümliche Laterne steht schon am Kreuzungspunkt tief im Ortskern. Wohin das Jätzke den Ortsunkundigen führen wird, weiß er beim Betreten nicht. Wahrscheinlich wird er den Eingang zu diesem kleinen Pfad erst gar nicht finden. Umso geheimnisvoller und typischer für die alte Dorfstruktur ist die Anmutung dieser Gassen bis heute.

Thomas Back hatte einige Fotos mit nach Gangelt gebracht, um die Drömmer Jätzkes anschaulich darzustellen. Eine Ortsbegehung hatte, bei strömendem Regen, auch schon stattgefunden. Wie Back erläuterte bildeten Trampelpfade von Fron-Arbeitern den Ursprung des Gassensystems. Der ehemalige Fronhof des Domstiftes zu Lüttich habe sich noch bis 1847 auf dem heutigen Dorfplatz befunden. Ein solch historisch gewachsenes Wegenetz sei einzigartig in der Westzipelregion. Die Jätzkes seien ausnahmslos im Besitz der Stadt Heinsberg und seien bereits Teil der Westblicke-Führungen. Die Jätzkes, so Thomas Back, befänden sich in einem unterschiedlichen Zustand auch was das Bodenmaterial anbelange. Ein einheitlicher, nach Möglichkeit historisch anmutender Bodenbelag, Hinweisschilder, Geschichtstafeln und Abfalleimer sollen das Erscheinungsbild der sieben ausgewählten Drömmer Jätzkes aufwerten und sie für Einheimische und Gäste attraktiv machen. Ein Jätzkes-Rundweg soll entstehen.

Die Realisierung des Projektes soll im 1. Quartal 2021 abgeschlossen sein. Die Vital.NRW-Mittel belaufen sich auf 153.075 Euro. Den Eigenanteil in Höhe von 82.425 Euro würde die Stadt Heinsberg übernehmen. Die Erneuerung des Bodenbelags würde mit insgesamt 230.000 Euro zu Buche schlagen.

Hans-Georg Minkenberg stellte das Projekt Heinsberger Quartiers-Atlas vor. Der Quartiers-Atlas soll die Besonderheiten eines Ortes nicht nur Ortsfremden, sondern auch Einmischen bekannt machen. Er soll den Fokus auf die Dörfer legen, Heimat-Schätze aus dem Verborgenen holen und die Heimat als Freizeitregion darstellen. 26 Quartiere sollen sich in dem zu erarbeitenden Atlas, der als Broschüre gedruckt werden soll, präsentierten. Angedacht ist, dass über die 26 Heinsberger Quartiere hinaus auch die übrigen Westzipfel-Kommunen ihre Quartiere einmal in dieser Form vorstellen werden. Dieser über Heinsberg hinaus angedachten Ausrichtung des Quartier-Atlas war auch die Werbung bei den Bürgern angepasst worden. Allein für die Öffentlichkeitsarbeit in Form einer Beilage in Wochenzeitungen, 36.000 Exemplare der Beilage sollten gedruckt werden, waren 10.000 Euro einkalkuliert.

Der Vorschlag aus der Versammlung, zunächst nur in Heinsberg Werbung für das Projekt zu machen, soll nun überdacht werden. Die Bürger sollen mit Hilfe der Beilage aufgefordert werden, das zu benennen, was sie als Besonderheit ihres Ortes ansehen. Spazierwege, Kneipen, Veranstaltungen, Freizeitangebote, alles kann in die Broschüre einfließen. Geplant ist der Druck von 5000 Exemplaren der Broschüre, die auch Kartenmaterial der 26 Orte beinhalten soll. Auch eine Internetseite soll den Quartiers-Atlas einsehbar machen.

Es sollen Vital.NRW-Mittel in Höhe von 32.500 Euro für das Projekt Heinsberger Quartiers-Atlas beantragt werden. Die Stadt Heinsberg würde den Eigenanteil in Höhe von 17500 Euro beisteuern.

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