Heinsberg-Oberbruch: Mit den Niederländern zur Faustball-EM

Heinsberg-Oberbruch: Mit den Niederländern zur Faustball-EM

Die beiden Nationaltrainer haben schon eine Menge Potenzial entdeckt. Ein paar Mal haben sie ihr Team trainiert, und sie mussten dabei ganz von vorne anfangen, sozusagen bei Adam und Eva. Jochen Jansen und Guido Wennmacher sind Bondscoaches der niederländischen Nationalmannschaft im Faustball.

Dabei wollen sie die Voraussetzungen schaffen, den Sport, den sie normalerweise beim TuS Oberbruch betreiben, im Nachbarland „groß“ zu machen. Die Spieler, aus denen sie ein Nationalteam aufbauen wollen, lernten jedenfalls schnell, sagt Jansen.

Aachen. Hier folgt der Grundtext. Foto: TuS Oberbruch

Und Wennmacher und Jansen haben ihrem jungen niederländischen Team auch gleich ein großes Ziel gesetzt: Die Europameisterschaft im August in Adelmannsfelden. Bis dahin wollen sie aus der Anfänger-Gruppe aus dem Faustball-Entwicklungsland ein konkurrenzfähiges Team formen.

Viel Arbeit für die Nationaltrainer aus Deutschland: Guido Wennmacher und Jochen Jansen vom TuS Oberbruch haben auch in heimischer Halle mit der niederländischen Faustball-Nationalmannschaft trainiert. Dabei ging es um die Grundlagen für eine erfolgreiche Europameisterschaft. Unterstützung gibt es von der European Fistball Associaton und der Deutschen Faustball-Liga. Foto: TuS Oberbruch

Damit das gelingt, fahren Jansen und Wennmacher regelmäßig ins niederländische Bennekom bei Arnheim, dort trainieren sie ihr Team. Und dabei ergänzt sich das Bonds-coach-Duo vorzüglich: Jansen erklärt, Wennmacher macht vor, wie es geht. „Die Spieler lernen sehr schnell. Man merkt, dass das alles Leistungssportler sind“, sagt Jansen. Die niederländischen Spieler haben bereits jahrelange Erfahrung im Korbball, einer dem Basketball ähnlichen Sportart.

Viel Arbeit für die Nationaltrainer aus Deutschland: Guido Wennmacher und Jochen Jansen vom TuS Oberbruch haben auch in heimischer Halle mit der niederländischen Faustball-Nationalmannschaft trainiert. Dabei ging es um die Grundlagen für eine erfolgreiche Europameisterschaft. Unterstützung gibt es von der European Fistball Associaton und der Deutschen Faustball-Liga. Foto: TuS Oberbruch

Dieses Faustballabenteuer begann vor einigen Jahren bei den World Games, das sind so etwas wie olympische Spiele für Sportarten, die nicht olympisch sind. Die niederländischen Korbballer schauten sich eine Partie Faustball an und kamen mit deutschen Faustballfunktionären ins Gespräch.

Faustballabenteuer in den Niederlanden: Jochen Jansen (l.) und Guido Wennmacher wollen mit ihrem Team zur EM. Foto: Gerhards

Weil die Startversuche der Niederländer in Sachen Faustball ins Stocken geraten waren, klingelte vor einigen Wochen das Telefon von Guido Wennmacher. Der Präsident der Deutschen Faustball-Liga, die vor knapp 15 Jahren von Wennmachers Vater Karl in Oberbruch gegründet worden war, fragte ihn, ob er nicht Bondscoach werden wolle, so nennen die Niederländer ihre Nationaltrainer.

Wennmacher sagte nicht sofort ja. Er sprach erst mit Jochen Jansen darüber. Skeptisch war er auch, weil ein ähnliches Engagement in Belgien vor einigen Jahren unglücklich endete. Aber letztlich sagten sie doch zu. Die Liebe zu ihrem Sport ist einfach zu groß, als dass sie den Nachbarn eine Absage erteilen könnten. Und das obwohl ein Nationaltrainerposten im Faustball ein Ehrenamt ist.

Ihre Fahrtkosten ins 135 Kilometer entfernte Bennekom übernimmt der Verband — wohlgemerkt der deutsche Verband. Alles andere ist Enthusiasmus in Reinform. „Der Faustball ist noch nicht vom Geld verdorben. Bei uns gibt es noch Leute, die das aus Begeisterung für ihren Sport machen“, sagt Jansen.

Umso mehr Freude macht es ihnen, dass das Projekt Europameisterschaft für die niederländischen Faustballer tatsächlich zur Erfolgsgeschichte werden könnte. Nach wenigen Trainingseinheiten sei bereits so etwas wie Spielfluss aufgekommen. „Für Anfänger sind die Spieler unfassbar gut“, sagen Wennmacher und Jansen. Und weil man bei der neuen niederländischen Nationalmannschaft nicht wirklich von einer Landesauswahl sprechen kann, sind die Trainer froh, immerhin einen Kreis von zwölf Aktiven zu haben. Das sind zwei Spieler mehr, als sie für die Europameisterschaft melden dürfen.

Bei allem Optimismus wird es gegen die Großen des Faustballs, gegen die Österreicher, die Schweizer, die Deutschen und die Italiener, wohl keine Aussicht auf Erfolg geben. Dafür werden die Niederländer aber sicher auch die besonders freundschaftliche Atmosphäre beim Faustball kennenlernen. Die sei von großem Respekt für den Gegner gekennzeichnet, sagen Jansen und Wennmacher. Ein sportliches Ziel haben die Trainer aber dennoch ausgegeben: Nicht Letzter werden.

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