Erkelenz: Mit dem Rad entlang der Tagebaukante

Erkelenz: Mit dem Rad entlang der Tagebaukante

Wie fahrradfreundlich Erkelenz ist, kann man bei der dritten Tour unserer Serie testen. Die Voraussetzungen sind jedenfalls gut. Erkelenz ist eine von 72 „fahrradfreundlichen Städten“ in NRW. Radmobilität zu fördern, ist ein großes Ziel der Stadt. Das versucht man zum Beispiel über Fahrradbotschafter.

Wer unsere 32 Kilometer lange Tour am Erkelenzer Bahnhof startet, trifft vielleicht einen dieser Botschafter. Zu erkennen sind sie an einem „Fahrradbotschafter“-T-Shirt.

Der Startpunkt der Tour ist an Sonn- und Feiertagen mit dem Rad- und Freizeitbus zu erreichen, es gibt Pkw-Stellplätze, und natürlich ist der Bahnhof auch per Zug erreichbar.

In der Nähe des Ausgangspunktes befindet sich gleich die erste Sehenswürdigkeit: die Erkelenzer Burg. Sie war im Mittelalter Bestandteil der Stadtbefestigung. Die Burg wurde erstmals 1377 erwähnt. Erhalten ist der 23 Meter hohe Burgfried.

Aus Erkelenz führt die Route der Tour über Lövenich und Katzem nach Holzweiler. Das Dorf muss den Braunkohlebaggern nun doch nicht weichen. Ob das die Bewohner glücklich macht, ist noch fraglich. Viele hatten sich schon auf die Umsiedlung eingestellt. Und es ist noch nicht entschieden, wie nah der Ort später an der Tagebaukante liegen wird. Weil Holzweiler bleibt, bleibt auch die katholische Kirche St. Cosmas und Damian.

Der nächste Ort auf der Route, Immerath wird dagegen den Baggern weichen müssen. Der Ort ist bereits ein echtes Geisterdorf. Es wohnen nur noch sehr wenige Menschen dort. Die meisten Häuser sind schon verlassen. Das ist für die ehemaligen Bewohner sicher traurig. Die etwas gespenstige Szenerie lockt allerdings auch viele Menschen an. Immer wieder trifft man Leute mit Fotoapparaten, die diese fast unwirkliche Szenerie festhalten möchten.

Die Kirche, im Volksmund Immerather Dom genannt, ist bereits entwidmet, die Glocken sind aus den beiden Türmen ausgebaut. Im vergangenen Jahr haben hunderte Menschen in einer bewegenden Feier Abschied von dem Gotteshaus genommen.

Aus Immerath kann man einen Abstecher zum Tagebaurand machen und sich die imposanten Bagger bei der Arbeit anschauen.

Weiter geht es in den ebenfalls nahezu unbewohnten Ort Borschemich.

Der Weg zurück nach Erkelenz führt über Keyenberg, Kuckum und Venrath. Kurz bevor man wieder am Start- und Zielpunkt am Erkelenzer Bahnhof ankommt, lohnt sich noch ein Abstecher zum Ziegelweiher und zum angrenzenden Park. Dort kann man sich nach der Tour ein paar Minuten Ruhe gönnen. Auf dieser Route können sich Radfahrer am Radwegknotenpunktsystem des Kreises Heinsberg orientieren. Informationen und GPS-Daten zur Tour sind auf der Internetseite vom Heinsberger Tourist-Service abrufbar (www.heinsberger-tourist-service.de).