Glosse zur Fischtreppe: Mit allen Wassern gewaschen

Glosse zur Fischtreppe : Mit allen Wassern gewaschen

Vor Lachen würde er wohl prusten und sich auf die Schenkel klopfen, der Großstadtmensch, wenn er von dem Schildbürgerstreich der Wegberger erführe, den Fischen am Raky Weiher eine Treppe zu bauen.

Schließlich wisse doch jeder, dass der Fisch gar keine Beine hat. Übersehen würde er dabei jedoch geflissentlich, dass der gemeine Landmann, ausgestattet mit einer gesunden Portion Bauernschläue, so Manches schon zum Laufen brachte, dass zunächst nicht einmal in Gang kam. Im vorliegenden Fall scherte ihn nicht nur nicht die Beinlosigkeit der Kreatur, sondern gar der Umstand, dass sie im zu vitalisierenden Gewässer überhaupt nicht zu finden ist.

Gottesfürchtig wie die Landbevölkerung gemeinhin bis in die Führungsetagen der Verwaltungen ist, bediente sich der zuständige Fachmann des erprobten Grundsatzes: Der Zweck heiligt die Mittel. Ja er heiligte sie nicht nur, er ließ sie überhaupt erst fließen, die Mittel aus diversen Fördertöpfen.

Da soll noch einer sagen, die eingefleischten Landratten seien nicht auch ohne Meeresnähe mit allen Wassern gewaschen.

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